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Thackery*
Tribelos


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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   So 9 Nov - 9:55

Der zweite Kuss löst ein nicht weniger berauschendes
Gefühl in mir aus. Meine Gedanken sind wie leergefegt
und ich bin nur noch Gefühl. Mein Herz schlägt so schnell
wie die Flügel eines Kolibris. Emilys Hände vergraben sich in
mein Haar und sie zieht mich näher an sich. Ich schlinge ihr meine
Arme um den Rücken und ziehe sie auf meinen Schoß.
Erst als meine Lungen brennen und ich feststelle, dass ich wohl
beim Küssen vergessen habe, zu atmen, löse ich den Kuss und
lächle Emily schüchtern, aber glücklich an. Ich streiche ihr ebenfalls
eine Haarsträhne aus dem Gesicht und bewundere es im Licht
der Nachmittagssonne, die durch die große Fensterfront herein scheint.
Betrachte es nur ganz genau... präge es dir ein, das was ich dir
wegnehmen werde...
es ist nur ein Flüstern in meinem Kopf, doch
es lässt mir alle Haare zu Berge stehen. Natürlich habe ich mit einer
gehässigen Bemerkung Seitens des Hatters gerechnet, doch ich hatte gehofft
einfach noch eine Weile genießen zu können. ...Stück für Stück werde ich
sie zerstören, bis nichts mehr übrig ist, was du lieben kannst! Sie ist nicht
Alice!
Ich versuche ihn mit aller Kraft zum Schweigen zu bringen und
er verstummt tatsächlich wieder. Trotzdem bleibt das Gefühl der Angst,
das sich bei seinen Worten mit seinen kalten Fingern um mein aufgeregtes
Herz geschlossen hat. Ich bin hin und her gerissen zwischen dem was ich
will und der Gefahr die ich selbst für Emily darstelle. Die Drohung des
Hatters war unmissverständlich und ich weiß nicht, ob ich ihn daran
hindern kann. "Emily... Es tut mir leid... ich kann das nicht." flüstere
ich leise und weiß, dass meine Worte sie verletzen werden.
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Emily*
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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   So 9 Nov - 11:42

Das Glück in seinem Gesicht als er sich von mir löst und mich,
leicht nach Luft ringend ansieht, ist überwältigend und lässt
in meinem Bauch einen kleinen Schwarm Schmetterlinge auffliegen.
Auch mein Atem geht schnell. Ich achte nicht darauf,
sehe nur Thackerys Lächeln. Doch es verändert sich plötzlich,
verschwimmt bis es schließlich ganz verschwunden ist und
seine Lippen nur noch ein schmaler, angestrengt wirkender
Strich. Erschrocken wandern meine Augen über ihn und suchen
nach der Ursache dafür.
Was hast du nur?, frage ich mich besorgt und strecke meine
Hände nach seinem Gesicht aus, doch er weicht unmerklich zurück.
Angst geht von ihm aus wie ein unsichtbarer Nebel, der alles einhüllt
um es endgültig zu verschlingen. Selbst die Temperatur im Raum
scheint gesunken zu sein, die Sonnenstrahlen wärmen nicht mehr.
Leise, widerwillige Worte dringen aus ihm.
""Was ist los Thackery? Habe ich etwas falsch gemacht?",
frage ich ihn unsicher, auch wenn ich mir das einfach nicht vorstellen
kann, nicht vorstellen will. Er hat meinen Kuss erwidert und er schien
glücklich dabei, war das nur Show?
Nein... Nein. Er mag mich wirklich. Wenn ich das je jemandem geglaubt
habe, dann ihm. Warum stößt er mich dann so plötzlich von sich?
Hat es was mit diesem Hatter zu tun von dem er gesprochen hat?
,
überlege ich und spüre wie mir etwas die Kehle zuschnürt.
Nun nimmt er mir wirklich die Luft zum atmen und ich habe das Gefühl
ersticken zu müssen ohne ihn. Zum ersten Mal habe ich den Wunsch
einem anderen Menschen jedes Leid abnehmen zu wollen, selbst wenn
es bedeutet, dass ich es dafür tragen muss.

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Thackery*
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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   So 9 Nov - 13:13

Emilys Gesichtsausdruck verändert sich genauso, wie es mein
eigener wohl tut. Doch spiegelt es Sorge und keine Angst.
Es schmerzt mich zu wissen, dass ich der Grund dafür bin
und ich die romantische Stimmung verdorben habe, das Glück
das gerade noch die Luft zwischen uns erfüllt hat mit meiner
Furcht verdrängt habe. Emily streckt ihre Hände nach mir aus,
doch ich weiche davor zurück, weil ich Angst habe, Angst davor,
dass er die Kontrolle an sich reißen und seine Drohung wahr
machen könnte. Emily sucht die Schuld bei sich, fragt ob sie etwas
falsch gemacht hat. Ich schüttle den Kopf und stehe vom Sofa auf,
bringe Abstand zwischen uns. "Emily, es tut mir wirklich leid. Ich hätte
das nicht zulassen sollen."
meine Stimme zittert und ist voller Schmerz.
Schmerz darüber, dass ich Emily mag, aber nicht mit ganzer Seele.
Ein Teil von mir, ein sehr mächtiger Teil meines Ichs, bedroht sie und
ich möchte sie nicht in Gefahr wissen. Doch genau in diese habe ich sie
mit meiner Aktion gebracht. Der Hatter wird ganz sicher keine Ruhe
geben, weil er besessen von Fleur ist, von der Frau die er in ihr sieht.
"Es ist einfach zu gefährlich." ich seufze und trete gegen den
Snackautomaten. Einerseits würde ich Emily furchtbar gerne wieder ein
Lächeln aufs Gesicht zaubern, es zwischen meine Hände nehmen und
es küssen, doch ein andere Teil von mir will ihr Schmerzen zufügen, um
mir selbst weh zu tun. Auch wenn nicht ich es bin, der es will, so sind diese
Gefühle doch ein Teil von mir, tief in mir verwurzelt und ich weiß einfach nicht,
ob ich stark genug wäre, diese Seite zu unterdrücken. Solange ich mir nicht sicher
bin, dass ich Emily vor mir selbst schützen kann, sollte ich ihr nicht nahe sein.
Auch wenn es mir jetzt bereits die Luft abschnürt sie so verzweifelt und
traurig zu sehen. Es muss sein, zu ihrer eigenen Sicherheit. Die Ärztin hatte
Recht mit ihrer Aussage: Ich bin eine tickende Zeitbombe, die durch die kleinste
Erschütterung meiner Gefühlswelt explodiert und nichts als Zerstörung mit sich bringt.

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Emily*
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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   So 9 Nov - 21:43

Mit seiner Aussage bestätigt er indirekt meine Befürchtung.
Offenbar hat unser Kuss diesen Hatter irgendwie wieder in sein
Bewusstsein gebracht, so wie einen schlafenden Drachen, der
plötzlich geweckt wird. Allerdings verstehe ich jetzt auch warum
Thackery mich von sich weist. Es ist nicht weil er mich nicht in
seiner Nähe haben will, er versucht mich zu schützen, doch es
ist sein Körper und sein Geist vor dem er mich zu schützen versucht.
Vielleicht hätte ich nun Angst haben sollen, aber ich habe keine.
Thackery tritt wütend gegen den Snackautomaten was mich
zusammen zucken lässt. Ihm ist anzusehen wie sehr ihn das
belastet, dass ihm der Hatter sein Glück verwehrt und auch mir
geht es so. Langsam stehe ich auf und gehe auf ihn zu, bleibe aber
in einigen Zentimetern Abstand zu ihm stehen.
"Ich habe keine Angst vor dir, vielleicht sollte ich es, ziemlich
warscheinlich sogar, aber ich fürchte nicht, dass der Hatter mir
wehtun könnte."
, erkläre ich und versuche meine Stimme
fest klingen zu lassen. Meine Augen sind fest auf seine gerichtet,
während ich mein Oberteil über meinen Bauch nach oben schiebe,
damit er die Haut sehen kann, die in allen Farben schimmert von
blutrot bis violett. Das Werk von Nick.
"Ich habe keine Angst vor dem Schmerz, nicht vor körperlichem.
Manchmal... tut... er mir sogar... gut."
, versuche ich zu erklären,
auch wenn ich das Gefühl habe wie eine Irre auszusehen wie ich da
so stehe.
"Aber... ich habe umso mehr Angst davor, dass ich das
verlieren könnte, was mir wirklich etwas bedeutet und es ist nicht
mein Leben um das ich fürchte. Es... bist Du."
, meine Stimme
zittert inzwischen wie Espenlaub und ich gebe vermutlich ein jämmerliches
Bild ab. Noch nie habe ich in dieser Weise um etwas gefleht, denn es
gab nichts was mir so wichtig gewesen wäre, schon gar kein Kerl.

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   So 9 Nov - 22:04

Gebannt sehe ich zu, wie Emily aufsteht und anstatt
wegzugehen, was die natürliche Reaktion auf meine Worte
gewesen wäre, auf mich zukommt. Diese Frau ist einfach
unglaublich! Emily bleibt in einigem Abstand zu mir stehen
und sieht mich eine Weile schweigend an. Ich zähle jeden
Herzschlag, den ich in meiner Brust spüren kann und es
fühlt sich an, als würde es gleich stehen bleiben. Es ist von Angst
gelähmt. Emilys Worte dringen an mein Ohr, ungläubig starre ich
sie an. Sie kann ihre Worte doch unmöglich ernst meinen! Doch
sie sieht auch nicht so aus als würde sie sich einen Scherz erlauben.
"Du fürchtest dich vielleicht nicht davor, aber du weißt ja auch nicht,
wozu er in der Lage ist. Was er tun kann!",
sage ich panisch. Ich selbst
weiß ja auch nicht alles, kenne nicht jeden seiner Fallstricke. Emily sieht
mir fest in die Augen, dann schiebt sie ihr Oberteil nach oben. Meine Wangen
röten sich automatisch, aber ich zwinge mich hinzusehen. Emily würde das
sicher jetzt nicht machen, wenn es nicht wichtig wäre. Sie sagt, dass sie sich
vor Schmerzen nicht fürchtet. "Er will dir weh tun, weil er alles zerstören will,
was mir wichtig ist. Er will dir weh tun, weil er weiß, dass er mir damit weh tut.
Er hat es bei Fleur so gemacht, weil er wusste, dass es mich trifft, wenn ich
dabei zusehen muss, was er tut und ich nichts dagegen unternehmen kann.
Er ist besessen von ihr und er will dir weh tun, weil du nicht seine Alice bist.
Er hat gesagt, dass er dich zerstören will, Stück für Stück bis nichts mehr von
dir übrig ist, was ich lieben kann."
Dir Worte sprudeln nur so aus mir heraus,
kann es nicht verhindern, weil ich sonst unter ihrer Last zerbreche. Ich sehe die
Hämatome und stelle mir vor, wie es wäre, wenn sie von mir stammten."Ich will
nicht, dass er dir wehtut, dass du wegen mir Schmerz ertragen musst, auch wenn
du es vielleicht kannst. Emily, ich will dir nicht weh tun, weil ich dich mag. Aber ich
weiß, dass er es tun wird. Er wird warten, bis der Moment kommt, in dem ich nicht
wachsam genug bin und dann wird er die Kontrolle an sich reißen und versuchen dich
zu zerstören. Er hat es bei ihr versucht und dann hat sie sich gewehrt. Deshalb bin ich
hier."
Tränen fließen inzwischen über mein Gesicht und meine Stimme ist kaum mehr
als ein klägliches Wimmern. "Ich will dich auch nicht verlieren... aber ich habe schreckliche
Angst vor dem was der Hatter euch antun könnte."
Ich weiß noch genau wie die schüchterne
Emily auf die blauen Flecken reagiert hat und auch ihr würde ich das nicht antun wollen.
Wir stehen uns gegenüber, nur wenige Zentimeter voneinander entfernt und doch scheinbar
Welten voneinander getrennt.

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   So 9 Nov - 22:38

Ich lasse das Shirt wieder sinken und lausche seinen Worten die wie
ein Wasserfall aus ihm hervorsprudeln. Noch immer macht er mir keine
Angst. Ich stelle mir vor wie es wäre wenn sich seine Hände um meinen
Hals legen und immer fester zudrücken. Trotzdem habe ich nur den
Gedanken, dass ich glücklich wäre wenn er das Letzte ist was ich sehe.
Wie gestört muss man eigentlich sein?, frage ich mich selbst, denn
kein vernünftiger Mensch würde so denken. Jeder andere würde weglaufen
solange er noch kann, aber ich kann nicht mehr, weil er mich längst
gefangen hält.
"Ich habe auch Angst davor.", gebe ich offen zu, während stumme
Tränen auf den Stoff meines Shirts tropfen und ein unregelmäßiges Muster
bilden. "Ich habe keine Angst weil er mich zerstören könnte,
sondern, dass er damit dich zerstört, denn das könnte ich nicht ertragen."

Noch nie habe ich einen Jungen weinen gesehen, noch nie eine solche
Verzweiflung gespürt. Ich muss mich zwingen ihn nicht zu berühren, nicht
tröstend an mich zu ziehen und ihm zu sagen, dass alles wieder gut wird.
"Ich werde dir helfen. Ich weiß nicht wie, aber ich werde alles dafür
geben und ich weiß sie tut es auch."
, erkläre ich, auch wenn ich
keine Ahnung habe wer sie ist und was sie für ihn empfindet. Ob er ihr genauso
wichtig ist wie mir.

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   So 9 Nov - 22:58

Wir stehen uns weinend gegenüber, doch langsam
fühlt es sich nicht mehr an als würde eine unüberbrückbare
Distanz zwischen uns herrschen. Emily vertraut mir an, dass sie
sich davor fürchtet, dass ich daran zerbrechen könnte, wenn der
Hatter ihr etwas antut. Sie verspricht mir, dass sie versuchen wird
mir zu helfen. Genau das hat Fleur mir auch versprochen und es ist
schrecklich schief gelaufen. Aber Fleur hat mich nie wirklich verstanden,
so wie Emily es tut. Vielleicht ist das das fehlende Puzzleteil.
Sie scheint sich auch sicher zu sein,
dass die schüchterne Emily mir hilft. Ihre Worte bilden eine Brücke
zwischen den Welten die uns trennen. Noch ist sie zerbrechlich und
nicht fest. Aber der Grundstein ist gelegt, ein erster Schritt gemacht.
 Mit dem Ärmel meines Shirts wische ich mir die Tränen aus den Augen.
Nun fühle ich mich ausgelaugt und erschöpft. Doch ich wage es nicht mich
schlafen zu legen. Habe Angst davor die Augen zu schließen. Es ist paradox,
denn gestern habe ich hier mit Emily noch übernachtet und keine Angst
verspürt- aber da wusste der Hatter und ich selbst auch nicht, wie wichtig
mir Emily geworden war. "Danke, dass ihr mir helfen wollt." ich versuche
nicht zu entmutigt zu klingen. Denn bisher konnte mir niemand helfen -
weder Fleur noch die Ärzte haben es geschafft. Vorsichtig strecke ich
eine Hand nach Emilys Gesicht aus und wische ihr eine Träne fort, die
die Wange hinunter rinnt. Gespannt warte ich, doch nichts passiert.
Der Hatter meldet sich nicht einmal. Ich mache vorsichtig einen Schritt
auf Emily zu und lege ihr eine Hand auf ihre Wange. "Es tut mir leid, dass
ich dir so viel Kummer bereite und dass es so schwierig ist."
Meine Stimme
hört sich noch etwas belegt an, ist aber wieder fester. "Vielleicht finden wir
ja auch auf der Suche nach deinen Erinnerungen noch etwas, das uns hilft.
Immerhin stehe ich auch auf einer Liste, auf der dein Name steht oder zumindest
Emily Harris' Name."
klammere ich mich an den einzigen Hinweis, der mir
im Moment vielleicht wirkliche Hoffnung gibt.

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Mo 10 Nov - 19:58

Es ist ihm anzumerken, dass er mir nur zu gerne glauben würde,
aber er hat nicht wirklich Hoffnung, dass ich ihm wirklich helfen kann.
Auch ich bin mir alles andere als sicher, woher auch? Schließlich habe
ich keinerlei Fähigkeiten, die mir dabei helfen könnten, außer dem
unbedingten Willen ihn vor allem Bösen zu schützen.
seine Fingerspitzen berühren vorsichtig meine Wange, es ist als ob
er sich langsam vortastet, ausprobiert wie weit er gehen kann ohne,
dass etwas passiert. Für mich ist es als ob ich endlich wieder Luft
bekomme. Als er sich dafür entschuldigt, dass er mir so viele Probleme
macht, entfleucht mir ein Geräusch das Schluchzen und Lachen zugleich
ist. "Du machst mich so glücklich wie ich noch nie war.",
erkläre ich ihm. So seltsam es ist, es stimmt. Noch nie habe ich mich
so gefühlt und ich erkenne jetzt auch, dass das was ich damals für
IHN empfunden habe nicht mehr als eine Schwärmerei gewesen ist.
"Wir werden rausfinden was hier los ist.", versuche ich ihn
aufzumuntern, auch wenn ich Angst davor habe weil ich befürchte,
dass ich vielleicht nur eine Einbildung bin.

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Mo 10 Nov - 22:49

Als Emily ein Geräusch zwischen Lachen und Weinen von
sich gibt, zucke ich zunächst ein Stück zurück. Doch als
ich realisiere, dass es nicht der Hatter war, der etwas
gemacht hat, überbrücke ich den Abstand zwischen
uns wieder. "Ich war in der Tat auch schon sehr lange
nicht mehr so glücklich. Das letzte Mal war wohl vor
dem Virus, als ich noch ein normaler Junge und kein
Psycho war."
sage ich leise und ziehe Emily ganz vorsichtig
in eine Umarmung. Allerdings achte ich darauf, dass ich
mich schnell losmachen kann und genug Abstand zwischen uns
bringen kann, sollte etwas schief laufen. Gib dir keine Mühe,
du kannst sie nicht ewig beschützen!
Der Hatter meldet sich zwar
zu Wort, doch ich bringe ihn sofort mit einer Gedankenflut zum
Schweigen und spüle seine Stimme einfach fort. Trotzdem habe ich
mich kurz verspannt, denn als ich wieder auf Emily achte, stelle ich
fest, dass ich sie fest an mich drücke, sodass meine Seite schmerzt.
Ich lasse etwas locker. "Ich hoffe, ich hab dir nicht weh getan?", erkundige
ich mich vorsichtig. "Ich hoffe, dass wir eine Lösung finden. Eine Lösung für
uns beide."
mir ist klar, dass ich immer aufpassen muss auf den Hatter und
auch darauf, was ich Emily gegenüber erwähne. Wenn Emily Harris wieder
mein Gegenüber ist werde ich sie erst einmal beruhigen können, denn ich
war die letzten Stunden bei ihr und weiß, dass ihr nichts geschehen ist.
Werde aber auch viel zu erklären haben.

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Di 11 Nov - 19:32

Mein Magen macht einen kleinen Satz als er bestätigt, dass er
ebenfalls schon lange nicht mehr so glücklich gewesen ist.
"Ich bin schon immer ein Psycho gewesen. Naja nicht so
wie jetzt. Früher hatte ich meinen Kopf für mich allein, glaube ich
zumindest. Aber ich war nie so wie die anderen."
, erzähle ich
leise und schmiege mich in seine vorsichtige Umarmung.
Gerne hätte ich mich noch enger an ihn gedrückt, doch ich weiß,
dass er fürchtet was das auslösen könnte und dränge ihn deshalb
nicht. Doch ganz plötzlich drückt er fester zu und sein Gesichtsausdruck
wird hart, verkrampft. Es ist allzu offensichtlich, dass der Hatter
zum Vorschein gekommen ist, auch wenn Thackery versucht ihn
zu bekämpfen. "Nein, hast du nicht. Mach dir keine Sorgen,
ich bin keine Porzellanpuppe."
, beschwichtige ich ihn sanft lächelnd.
Ich bin viel schlimmeres gewohnt und es macht mir auch nichts
aus, aber trotzdem rührt mich seine Sorge, einfach weil es vorher
nie jemanden interessiert hat wieviel ich aushalten kann. Sie waren
nur zu gerne bereit mir wehzutun. Während Thackery es nie tun
würde, selbst wenn ich es ihm erlaube.
Weil er MICH sieht, nicht nur ein Spielzeug.
Und ich verstehe es. Ich könnte ihm wohl auch niemals wehtun, egal
was er sagt oder tut. Das ist für mich nichts so selbstverständliches
wie vielleicht für andere Menschen. Ich habe bereits Leute verletzt,
sogar getötet und es war mir egal, ich habe nicht mit der Wimper
gezuckt und es tut mir auch jetzt nicht leid. Aber ihm wehzutun ist
für mich völlig undenkbar.
"Wie ist sie? Diese... andere Emily?", frage ich ihn dann
unsicher. Einerseits will ich es nicht wissen, weil ich Angst vor ihr habe
und zugegebenermaßen auch eifersüchtig bin, aber ich frage mich ob
sie mir ähnlich ist und auch was Thackery für sie empfindet.

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Thackery*
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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Di 11 Nov - 21:35

"Ich war wohl auch nie wie die anderen. Ich hab es bei meinen
Pflegefamilien nie länger als ein paar Tage ausgehalten und
hab die anderen Pflegekinder angeschwiegen, bis ich
zurückgegeben wurde. Irgendwann bin ich dann abgehauen."

sage ich zu Emily. Damals gab es noch keinen Hatter in meinem
Kopf, sondern nur Sam Turner. Emily beruhigt mich und sagt mir,
dass ich ihr nicht weh getan habe. Ich bin froh das zu hören und
halte Emily einfach noch ein kleines Bisschen länger fest. Dann fragt
mich Emily nach der anderen Emily. Ich muss Lächeln. Ich hatte diese
Frage eigentlich schon länger erwartet. Ich ziehe Emily wieder mit
zum Sofa. Im Sitzen erzählt es sich doch besser als im Stehen. Ich
verschränke meine Beine auf dem Sofa und klopfe dann auf meine
Oberschenkel. Emily kann sie ruhig als Kissen benutzen, wenn sie möchte.
Ich schnappe mir ein Getränk, das ich vorhin aus dem Automaten geholt
habe und nehme ein paar Schlucke bevor ich anfange zu erzählen.
"Sie ist anders. Schüchtern und zurückhaltend. Sie wäre auf die Betrunkene
vorhin sicher nicht so zugegangen, wie du. Sie war ziemlich aufgelöst weil
sie sich nicht daran erinnern konnten woher die blauen Flecken stammten.
Ich habe sie in ihrem Zimmer weinen gehört, als ich hier auf den Fluren
unterwegs war. So haben wir uns wieder kennen gelernt. Sie konnte sich
an mich erinnern, aus der Zeit vor dem Virus. Sie war hier auch Patientin.
Ich hatte sie allerdings nicht mehr in Erinnerung."
fasse ich das kurz zusammen,
was ich für wichtig halte. "Sie hat mir bei der Versorgung meiner Wunde
geholfen und mich durchs Krankenhaus geführt. Sie war froh nicht mehr alleine
zu sein und dass sie jemanden getroffen hat, den sie von früher kennt."

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Mi 12 Nov - 11:10

Ich lasse mich von Thackery mit zum Sofa ziehen und nach
kurzem Zögern, lege ich meinen Kopf in seinen Schoß.
Es fühlt sich ungaublich geborgen an so zu liegen, als ob
mir nichts auf der Welt etwas anhaben könnte.
Für solche Vertrautheiten war bei den Jungs die ich bisher
getroffen habe nie Zeit. Weder ich noch sie haben lange
gefackelt, bevor es zur Sache ging und kaum das es vorbei
war, hatten sie das Interesse an mir bereits verloren.
Er beginnt zu erzählen und ich kann nicht anders als mich
zu verkrampfen. Vorallem als er erwähnt, dass sie er sie
von früher kennt, weil mich das immer mehr darin bestätigt,
dass sie real ist und ich nur in ihrem Kopf existiere, sozusagen
das böse Alter Ego. Es verschafft mir fast eine gewisse
Befriedigung, dass ich sie verunsichert und verängstigt habe,
durch die Verletzungen die ich mir von Nick zufügen ließ,
weil es das Gefühl der Ohnmacht etwas lindert.
Wenn wir rausfinden warum ich in ihrem Kopf bin, werden
wir auch wissen wie man mich loswerden kann. Wieso sollte
sie mich auch behalten wollen? Es ist ihr Körper.

Jetzt ergeben auch die fehlenden Narben einen Sinn. Die andere
Emily wurde sicher noch nie ernsthaft verletzt, geschweige
denn niedergeschossen. Doch es tut weh zu wissen, dass
meine Existenz nicht echt ist und alles an was ich mich erinnere
nur Einbildung. Dieser Schmerz ist schon mehr als ich jemals
ertragen musste, doch wenn ich daran denke, dass ich damit
Thackery für immer verliere und er mit ihr glücklich wird, wird
er unerträglich. Vielleicht auch weil ich tief in meinem Innern
weiß, dass sie viel besser zu ihm passen würde, nachdem was
er mir über sie erzählt hat. Eine einsame Träne läuft meine
Wange hinunter in seinen Schoß.
"Sie ist... sicher sehr... nett.", bringe ich mühsam
hervor und versuche zu verbergen welchen Schock ich gerade
empfinde.

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Do 13 Nov - 12:05

Während ich erzähle streichen meine Finger wie von
selbst durch Emilys Haare. Doch sobald ich anfange
von Emily zu erzählen, spüre ich, dass irgendetwas in
Emily vorgeht. Ich weiß nicht genau was und beschließe
zuerst meine Erzählung zu beenden, bevor ich danach Frage.
Emily scheint mit sich selbst zu hadern und schließlich sagt
sie etwas. Doch ich spüre genau, dass die Worte ihr mehr als
schwer fallen. Ich weiß nicht genau, wie es in Emily gerade aussieht,
denn mir hat bisher niemand erzählt, was der Hatter getan hat, wenn
er mich mal wieder aus meinem eigenen Körper ausgesperrt hat.
Ich erinnere mich aber auch daran, dass Emily vorhin große Angst
hatte nicht real zu sein und ich mit meinen Worten vermutlich
genau diese Angst zurückgeholt habe. Denn sie weiß nun, dass
die andere Emily mich ja scheinbar vor dem Virus kannte.
"Emily, was ist los? Bitte rede mit mir. Ich kann dir nicht
helfen, wenn ich nicht weiß, was in dir vorgeht."
, bitte
ich Emily. Sie weiß, dass sie mir wichtig ist und dass ich nicht
möchte, dass ihr ein leid zustößt. Das umfasst auch die Dinge,
die ich zu ihr sage, wenn ich nicht der Hatter bin. Aber ich bin
nicht gut in diesen Dingen, jemandem ein Freund oder sogar
mehr zu sein. Ich habe keine Erfahrung darin und bin mir unsicher,
was ich tun oder sagen soll, sagen kann, um niemanden zu verletzen.
Phoebe war ich zwar ein Freund, aber sie war in diesen Zwischenmenschlichen
Dingen mindestens genauso schlecht wie ich selbst. Ich habe keine Ahnung,
wie man so etwas macht. Zumindest scheine ich es verlernt zu haben.
Denn es war ja nicht immer so.

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Do 13 Nov - 20:51

Ich schlucke, weil ich nicht weiß wie ich ihm das erklären soll.
Dass es sinnlos ist sich mit mir abzugeben, weil meine Tage
sowieso gezählt sind und ich verschwinden werde, sobald wir
rausgefunden haben, wie ich hier hinein gekommen bin.
Ich schaufle mir mein Grab selbst. Mein Blick heftet sich an
die hässliche, gräuliche Decke, weil ich es nicht schaffe ihn
dabei anzusehen. Ich will ihn nicht verletzen und genausowenig
will ich mir selbst noch mehr wehtun.
"Ich bin nicht echt. Eines Tages werde ich für immer verschwinden
und die richtige Emily wird ihren Körper zurückbekommen, für sich
allein. Ich fühle mich so verdammt selbstsüchtig, dass mir das
solche Angst macht, schließlich habe ich kein Recht ihr Leben
wegzunehmen. Und... vermutlich... sollte ich froh sein, dass du
sie magst und sie dich, weil du dann mit ihr glücklich werden
kannst, aber ich schaffe es nicht."
, bringe ich heraus und merke
selbst wie lächerlich und egoistisch diese Worte klingen, zumal
sie von einer erfundenen, eingebildeten Person stammen.
Ich bin nicht mehr als eine Figur in einem Buch die sich irgendein
Autor einmal ausgedacht hat. Nur mit dem Problem, dass ich ein
Eigenleben entwickelt habe, das sie nicht kontrollieren kann.
"Warscheinlich war ich für sie soetwas wie ein Ventil oder so,
eine Möglichkeit ihre unterdrückten Seiten auszuleben, denn sie
scheint ja das komplette Gegenteil von mir zu sein."
, brabbele ich
und höre mich an wie ein Psychologe in einer Fachzeitschrift.
Eigentlich ist es auch egal warum sie mich erschaffen hat,
Fakt ist, sie braucht mich jetzt wohl nicht mehr.

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Do 13 Nov - 21:50

"Emily, du bist echt. Woher willst du wissen, dass du nicht
genauso echt bist, wie die andere Emily?"
, sage ich ein wenig
aufgebracht, als Emily meint, sie sei nur ein Produkt aus Emily
Harris Fantasie. "Wer weiß, was in diesem Krankenhaus hier
passiert ist? Oder willst du nun sagen, dass die ganzen doppelten
Namen auf der Liste nichts zu bedeuten haben? Dass all diese Kinder
ein Ventil gebraucht haben? Auf mich mag das vielleicht sogar zutreffen.
Aber ich weiß auch, dass der Hatter und Sam genauso ein Teil meiner
Seele sind und sie sind real. Der eine realer als mir lieb ist."
ich will
einfach nicht glauben, dass Emilys Worte wahr sind. Denn das würde
bedeuten, dass ich ein Fantasieprodukt mag. Dabei bin mich in eines
zu verlieben und das das keine Zukunft hat. Das Ganze hat sowieso
keine Zukunft! Nicht wenn ich mit ihr fertig bin!
Ich versuche den Hatter
aus zublenden. "Und ich hab keine Ahnung ob sie mich so mag,
wie du mich magst.",
füge ich dann noch schnell dazu. Emily
"Und was spielt das für eine Rolle, wenn du nicht real bist und du nur ihrer
Fantasie entsprungen bist? Dann hat sie dich zum Leben erweckt, na und?
Jetzt existierst du!"
ich will nicht, dass Emily einfach so verschwindet. Auch
wenn ich Emily Harris mag, diese Emily ist für mich ein Teil von ihr. Der
Gedanke auch nur eine Emily zu verlieren ist nicht zu ertragen.

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Emily*
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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Do 13 Nov - 22:23

Ich zucke zusammen als er so vehement protestiert, weil ich das
nicht erwartet habe. Nicht nur weil er sonst eher ruhig ist, sondern
auch weil mich die heftigen Gefühle dahinter überraschen.
Zu sehr bin ich es gewohnt austauschbar zu sein. Doch für ihn scheint
das keine Option.
Ich wünschte es wäre anders... aber sie wird mich loswerden wollen
sobald sie weiß warum ich hier bin. Nach allem was ich ihr angetan
habe. Du hast selbst gesagt was sie über die Flecken dachte. Sie hat
Angst vor mir.

Langsam setze ich mich auf und dieses Mal sehe ich ihm in die Augen,
zumindest das bin ich ihm schuldig, nachdem er mir gerade bewiesen
hat wie wichtig ich ihm bin.
"Ich bin mir sicher, dass es ihr Körper ist, weil ihm die Narben
fehlen die er sonst haben müsste, wenn nicht alles was ich erlebt habe,
nur eine schön ausgedachte Geschichte ist. Und genauso sicher bin ich
mir, dass sie ihn zurückhaben wollen wird, wenn sie ersteinmal einen Weg
dazu findet. Ich kann es ihr nicht verübeln, vorallem wenn man bedenkt,
was ich damit gemacht habe."
, sage ich und er weiß worauf ich anspiele.
"Ich meine du hast recht, ich weiß nicht was es mit diesen
Namen auf sich hat und auch nicht warum sie hier war und ich jetzt hier
bin. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass ich in ihrem Kopf sitze,
vielleicht auch nicht. Doch wenn es eine Möglichkeit gibt mich loszuwerden,
wird sie nicht zögern. Ich meine würdest du das tun wenn du den Hatter
loswerden könntest? Und in diesem Fall bin ich der böse Teil..."
, erkläre
ich resigniert und versuche es ihm leichter zu machen, indem ich ihm
zeige, dass es sich nicht lohnt Mich zu retten.
"Ich hatte den Verdacht schon als ich mich umgezogen habe
und die Narbe der Schusswunde an meinem Oberschenkel nicht entdecken
konnte. Ich meine soetwas verschwindet nicht einfach. Aber sie ist nicht
mehr da und genau deshalb bin ich mir sicher, dass die richtige Emily, die
stets gut behütete, liebe Emily sein muss. Die, die nicht bewaffnet in ihre
Schule marschiert ist."
, nach hinten wurde meine Stimme immer leiser.
Jetzt habe ich es ausgesprochen und ich fühle mich dennoch überhaupt
nicht erleichtert.

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Thackery*
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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   So 16 Nov - 11:18

Emily ist sich ganz sicher, dass es nicht ihr Körper ist, in dem sie
steckt. Zumindest, wenn die Vergangenheit an die sie sich erinnert
tatsächlich real ist. An die fehlenden Narben habe ich schon fast
nicht mehr gedacht - oder wollte nicht daran denken?
Langsam setze ich mich auf und dieses Mal sehe ich ihm in die Augen,
zumindest das bin ich ihm schuldig, nachdem er mir gerade bewiesen
hat wie wichtig ich ihm bin. Emily glaubt, dass Emily Harris sie los werden
wollen wird, wenn es ihr möglich ist, schon deshalb weil sie für die blauen
Flecken verantwortlich ist. Ich würde Emily gerne versichern, dass ich
versuchen werde es zu verhindern. Aber ich weiß auch, dass ich kein Recht
dazu habe, auch wenn ich den Gedanken schrecklich fände. Aber es ist
nun einmal der Körper EINER Emily. Sie fragt mich, was ich wohl tun würde,
wenn es eine Möglichkeit gäbe den Hatter loszuwerden. Ich muss nicht eine
Sekunde überlegen, denn ich kenne die Antwort längst: Ich würde fast alles
dafür tun, um den Hatter für immer aus meinem Kopf zu verbannen.
Doch als Emily sagt, dass sie der böse Teil von Emily Harris ist, sehe ich sie nur
verständnislos an. Ich frage mich, ob sie auf die Herkunft der blauen Flecken
anspielt, jedoch komme ich nicht dazu die Frage auszusprechen, denn Emily
beantwortet sie auch schon. "Du bist bewaffnet in eine Schule marschiert?",
frage ich sie fassungslos. "Warum?" ich selbst kann mir keinen Grund dafür
vorstellen, dem Hatter allerdings würde bestimmt so einiges einfallen.
Natürlich habe ich Emily für taff gehalten, vielleicht auch für eine Frau
mit speziellen Wünschen - wenn man an die Blutergüsse denkt- aber das
hatte ich nicht erwartet. Trotzdem ändert auch ihre Erzählung nichts daran,
dass sie mir wichtig ist, zumindest im Moment nicht. Aber es zeigt mir, dass
ich Emily, diese Emily hier vor mir, nicht kenne und trotzdem habe ich
Gefühle für sie und fühle mich verstanden. Ich frage mich aber auch,
ob ich nicht vielleicht beide Emilys zu einer einzigen habe verschmelzen
lassen und mich damit vielleicht selbst einmal mehr etwas vormache.

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   So 16 Nov - 12:08

Es tut unglaublich weh sein Gesicht so zu sehen, wie er mich
genauso ansieht wie all die anderen mich immer angesehen haben.
Ich versuche mir einzureden, dass es so besser ist, dass er mich
nun hassen und vergessen kann, wenn die andere Emily sich
nimmt was schon immer ihr gehört hat.
Wobei... wenn ich keine Narben habe, habe ich es vielleicht gar
nie getan? War das alles nur Einbildung?

Mein Kopf schmerzt von diesen Gedanken, denn ich weiß nicht
mehr was Wirklichkeit ist und was nicht. Ich rücke von ihm ab und
ziehe mich ans andere Ende des Sofas zurück, die Beine dicht an
meinen Körper gezogen und die Arme zum Schutz darumgeschlungen.
Ich will nicht weinen, er soll nicht sehen wieviel es mir ausmacht,
obwohl ich von Anfang an gewusst habe, dass ich gegen sie nur
verlieren kann, weil sie perfekt ist. Lieb, zurückhaltend, sorgt sich
stets um andere... das ist die Art von Mädchen die man seinen
Eltern vorstellen will, auch wenn das sowieso nicht mehr möglich ist.
"Ich... wollte IHN bestrafen, für das was er mir angetan hat.",
bringe ich heraus, doch ich weiß es klingt lächerlich, kindisch und
dumm und erst seitdem ich Thackery kenne, ist mir klar, dass das
was ich damals gefühlt habe, weit entfernt von dem ist was ich
nun für ihn empfinde. Aber ich war jung und impulsiv. Es gab keinen
Platz für die Vernunft, nur für Hass und Schmerz.
Und die anderen... manche standen einfach nur im Weg, andere
waren die Ziele meiner Rache. Auch sie wollte ich bestrafen dafür,
dass sie mich immer wie Dreck behandelt haben, für all die Demütigungen
die sie mir sowohl offen als auch hinter verschlossenen Türen
angetan haben. Nur einmal wollte ich mich ihnen überlegen fühlen
und ihnen zeigen wie es ist ohnmächtig zu sein und betteln zu müssen.
Doch wie soll ich ihm das erklären? Für jemanden der nicht von
seinen Mitschülerinnen in der Umkleide misshandelt worden ist,
ergibt das keinen Sinn. Für manche vielleicht sogar trotzdem nicht.
Rechtfertigt das einen Menschen zu töten?
"Die meisten die es erwischt hat, waren keine Unschuldigen.
Sie haben mir wehgetan und ich wollte, dass sie sich wenigstens
einmal in ihrem Leben auch so fühlen müssen. Vorallem ER."

Ich sehe Thackery nicht mehr an, spreche zu meinen Knien.
Selbst wenn das alles nur in meinem Kopf passiert ist, so ist es doch
mein Geist der es sich ausgedacht hat und das mich das ganze nicht
mit Entsetzen erfüllt, sagt wohl alles über mich aus.
"Dreck bleibt Dreck und Dreck isst den Dreck vom Boden."

Ja... so ist es wohl... Dreck, bleibt Dreck...
, denke ich und ich muss
meine Nägel in die Haut krallen, damit ich nicht anfange zu heulen,
genau wie damals.

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   So 16 Nov - 15:37

Ich sehe Emily an, dass meine Reaktion sie verletzt. Aber ich
kann einfach nicht anders. Damit habe ich überhaupt nicht
gerechnet. Emily zieht sich ans andere Ende des Sofas zurück
und einen Moment strecke ich meine Hand nach ihr aus, lasse sie
dann aber sinken. Vielleicht ist ihr meine Nähe unangenehm,
zwingen und drängen will ich sie nicht. Ihre Nähe ist mir, trotz
ihrer Aussage nicht unangenehm. "Wen wolltest du bestrafen?
Was hat er getan?"
, frage ich Emily. Denn ich verstehe die ganze
Sache nicht ganz. Aber das möchte ich wirklich, ich möchte verstehen,
warum sie das gemacht hat. "Du hast diese Menschen umgebracht?"
ich weiß nicht, was ich fühlen soll. Aber es ist keine Abscheu, die ich
fühle. Vielleicht sollte ich sie dir einfach nur wegnehmen? Sie ist wie
ich, da hat sie recht. Sie zerstört andere Leben. Hat sogar getötet.
Ist sie dann nicht sogar schlimmer als ich? Du weißt doch überhaupt
nicht wie man mit sojemandem umgehen muss... du weißt nicht was für
ein SCHATZ dir gegenübersitzt. Ein Rohdiamant, der nur geformt werden
muss.
"Sei still!", zische ich dem Hatter zu und übe mit meiner Handinnenfläche
Druck gegen meine Schläfen aus.

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   So 16 Nov - 20:27

Ich kann sein Entsetzen förmlich fühlen, wie es langsam über
das Sofa zwischen uns, auf mich zukriecht.
Du hast diese Menschen umgebracht?
Ja. Ich habe sie eiskalt getötet und es hat mir nicht das geringste
ausgemacht. Insgeheim habe ich es sogar genossen sie winseln
zu sehen und zu wissen, dass ich Macht über sie habe.
Ich habe mich endlich stark gefühlt. Naja und was IHN betrifft,
ich wollte, dass er dafür büßt, dass er mich ausgenutzt hat.
Ich war es schon gewohnt, dass mich Männer nur für ihren Spaß
benutzen und dann wegwerfen, dass ich tot umfallen könnte und
es ihnen rein gar nichts bedeuten würde. Es war ein scheiß Gefühl
aber trotzdem wusste ich immer worauf ich mich einlasse.
Er aber hat mir mehr vorgespielt, so getan als wäre ich ihm wirklich
wichtig. Vielleicht wenn ich nicht so jung und so naiv gewesen
wäre hätte ich das durchschaut, aber Fakt ist, dass ich trotz meiner
weitreichenden Erfahrung, naiver war als ich glaubte.
Trotzdem nichts davon rechtfertig was ich getan habe, jedenfalls
nicht wenn man vernünftig denkt, doch leider war das noch nie
meine Stärke. Aber warum sollte ich noch lügen, warum etwas
verstecken? Zwischen mir und ihm kann sowieso nie etwas sein
und es ist besser so.
"Ich habe mir die Waffe meiner Mutter aus ihrem Nachttisch
genommen. Sie war meist eh ganz woanders und hätte es vermutlich
erst nach Tagen überhaupt mitbekommen. Ich habe nicht lange
überlegt, weil ich so wütend war. Am nächsten Morgen bin ich
in die Schule gegangen und habe nach ihnen gesucht. Sie sind so
berechenbar gewesen, dass ich genau wusste wo ich sie abpassen
konnte, ohne sofort Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen.
Ich wollte noch keinen offenen Kampf riskieren, da ich nicht besonders
gut bewaffnet gewesen bin und mein Hauptziel noch nicht erreicht
hatte."
, erzähle ich und denke daran wie ich Jennifer und die
anderen auf dem Mädchenklo erwischt habe. Ihr Betteln war Musik
in meinen Ohren. Jeden Moment kostete ich voll aus, doch all ihr
Flehen war nutzlos, ich hatte schon vor langer Zeit beschlossen,
dass ich sie für ihre Taten büßen lassen würde. Die Einzelheiten
erspare ich Thackery lieber, sie würden ihn nur mit noch mehr Ekel
erfüllen.
"Ich wusste, dass ich nicht viel Zeit haben würde, nun da
die Schüsse gefallen waren, also rannte ich in sein Büro, weil ich
wusste er würde dort sein. Normalerweise hätte er in seinem Alter
und seiner Position als Referendar, noch kein eigenes Büro bekommen,
aber er war ja schließlich der Sohn des Direktors und zeugte stets von
untadeligem Verhalten."
, ich lache kurz und höhnisch auf.
Es gab wohl Niemanden in der ganzen Schule, der besser schauspielern
konnte als er. Immer freundlich, immer charmant und bei allen beliebt.
Besonders den Eltern gefiel, dass er so engagiert war und sich um seine
Schüler kümmerte. Warscheinlich wäre das anders gewesen, wenn sie
von Anfang an gewusst hätten wie er sich um sie kümmerte.
"Alle fanden ihn toll. Kein Wunder er war jung, sah gut aus und
hatte eine beeindruckende Art an sich, die einen in den Bann zog.
Er hätte jede haben können, jede von den reichen, beliebten Mädchen
wie Jennifer, aber er wählte mich. Natürlich dachte ich es ginge nur
um... das Eine. Das war okay für mich. Ich... war es gewohnt.
Aber er schlich sich in mein Herz, tat so als würde ich ihm wirklich etwas
bedeuten, bis ich anfing es zu glauben und mich zum ersten Mal jemandem
öffnete."

So wie dir..., denke ich im Stillen, spreche es aber nicht aus.
"Weißt du wie verraten ich mich gefühlt habe, als ich erfuhr,
dass das alles nur Theater war? Dass er es nicht nur mir vorspielte,
sondern noch einigen anderen Mädchen? Dass er ihnen die selben Dinge
ins Ohr flüsterte wie mir? Dieselben Versprechungen schwor? Es war wie
ein Faustschlag der mich in den Magen traf und sich durch die Bauchdecke
in mein Innerstes fraß um dort alles zu zerstören. Ich musste erkennen,
dass alle immer Recht gehabt hatten, wenn sie mich als wertlos bezeichneten.
Dass jedes Mal wenn er etwas anderes zu mir gesagt hat alles nur Lüge
gewesen ist und nie etwas anderes sein würde. Schlussendlich, dass er
genau wie die anderen war."
, erzähle ich und meine Fingerknöchel
treten weiß hervor so fest habe ich sie in das Fleisch meiner Arme gekrallt.
Ich schweige und weiß nicht was ich nun erwarte. Er wird es nicht verstehen
und ich mache ihm deswegen keinen Vorwurf. Wird er wegrennen?
Nein, schließlich gibt es ja noch die andere Emily, die nicht Verrückte.
Du kannst rauskommen, ich bin sowieso schon so gut wie erledigt.
Als er leise zischt, dass ich still sein soll, trifft es mich, mehr als es sollte,
und ich kann es nicht verhindern, egal wie oft ich mir einrede, dass es
sowieso besser so ist. Mein Herz glaubt es nicht.


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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   So 16 Nov - 21:03

Emily beantwortet meine Frage nicht sofort. Das Bedürfnis
sie einfach in den Arm zu nehmen ist da, aber ich habe Angst,
dass eine Berührung jetzt wirklich den Hatter zum Vorschein
bringt und ich ihn nicht mehr zurück halten kann. Er scheint
angetan von Emilys Taten. Erst Emilys Worte reißen mich aus
meinen Gedanken und meiner stillen Unterhaltung mit dem Hatter.
Sie hat wirklich eine Schusswaffe genommen und ist damit in
ihre ehemalige Schule marschiert. Während sie erzählt was sie
tut hört sich ihre Stimme vollkommen emotionslos an. Einen
Moment muss ich an das denken, was sie vor einigen Stunden gesagt
hat, dass man sie als eiskalt bezeichnet hat und für diesen einen
Moment kann ich verstehen, was diese Menschen wohl dazu bewogen
hat. Denn ich kann die Kälte spüren, die von ihr ausgeht, als sie über
ihre Klassenkameraden spricht, die Menschen, die sie getötet hat.
Sie hat alles durchdacht und im Voraus geplant, eiskalt. Sie erzählt, dass
sie es vor allem auf einen abgesehen hatte: den Sohn des Direktors,
ein Referendar. Auf einen Mann, der sie missbraucht hat, der seine
Machtposition ausgenutzt hat, um Schülerinnen zu verführen.
"Dein Lehrer hatte eine Affäre mit seinen Schülerinnen? Mit dir?"
ich bin wütend. Wütend auf den Lehrer und die Kollegen, die wohl
weggeschaut haben mussten. So etwas muss man doch mitbekommen.
Ich rutsche ein Stück zu Emily. Traue mich aber nicht sie zu berühren.
Ich habe keine Angst vor ihr, keine Angst vor dem was sie getan hat.
Aber ich verstehe es immer noch nicht ganz. Vor allem nicht warum sie
ihren Mitschülern etwas getan hat. Das was sie erzählt macht mich nur
noch wütender. "Er wusste genau, wie er euch manipulieren kann."
Ich seufze. "Er wusste genau, was er euch versprechen muss."
Ich weiß es, weil ich weiß, dass der Hatter genauso gut im manipulieren ist.
Er weiß welche Knöpfe man drücken muss und was man einem Mädchen
versprechen muss, um es zu seiner besten Freundin zu machen, damit es
an seinen Lippen hängt. "Er wusste was er dir versprechen muss...
Es macht mich wütend, dass er seine Position so ausgenutzt hat."

gebe ich ihr gegenüber zu. Ich will ihr zeigen, dass ich versuche zu verstehen,
dass ich mir wirklich Mühe gebe. "Ich weiß nicht wie du dich gefühlt haben
magst. Aber ich kann mir vorstellen, welchen Blick du hattest, als du

bemerkt hast, dass alles nur leere Versprechen waren."
Ich muss an
Fleur denken, ihren Gesichtsausdruck als sie bemerkt hat, dass der Hatter
nicht der ist für den sie ihn hielt. Dass er nicht ihr Freund ist, sondern ein
Monster. "Emily, du bist vieles, aber ganz sicher nicht wertlos!" ich weiß,
dass es vielleicht unvernünftig ist, sie zu verteidigen. Dass es vielleicht
klug wäre jetzt zu gehen. Aber ich habe das Gefühl als wäre DAS hier meine
Chance etwas gut zu machen. Endlich einmal nicht nur zu zerstören, sondern
zu helfen und etwas aufzubauen. Mein Blick fällt auf Emilys Arme. Die Hand
hat sich in ihren Unterarm gegraben und ihre Knöchel treten weiß hervor.
Langsam strecke ich meine Hand nach ihren Fingern aus und löse sie sanft aus
dem Klammergriff. "Ich verstehe ja warum du IHM etwas angetan hast. Aber
warum die anderen? Was haben sie gemacht?"
das ist das Puzzelteil, das bisher
noch fehlt um eine Hälfte des Bildes zu vervollständigen.

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Mo 17 Nov - 21:54

Thackerys Stimme drückt Unglauben aus, als ich ihm erzähle, dass ich
eine Affäre mit meinem Lehrer hatte. Unglauben und Wut.
Die gleichen Gefühle empfand ich damals auch, sogar heute noch um
genau zu sein, wenn auch aus einem anderen Grund.
"Dass er nur körperliches von mir wollte wäre nicht das Problem gewesen,
das hätte ich ihm auch so gegeben, auch wenn mich das wie ein Flittchen
aussehen lässt. Er sah wirklich gut aus und er war nett. Nicht umsonst
mochten ihn alle, auch die Jungs. Für sie war er der coole große Bruder
und für die Mädchen der heimliche Schwarm."
, erkläre ich und
bemerke, dass er ein Stück näher an mich herangerutscht ist.
In meinem Magen flattert etwas schwach, denn trotz der Gewissheit,
dass ich nicht real bin, sehne ich mich nach ihm, ich kann es einfach
nicht verhindern.
Du machst es dir nur noch schwerer..., flüstert die Stimme in
meinem Kopf und ich muss ihr recht geben, das klingt vernünftig,
wie schade nur, dass ich alles andere als vernünftig bin. Trotzdem
versuche ich ihm nicht direkt in die Augen zu sehen, weil ich sonst
wohl nicht weitersprechen könnte.
"Ja er wusste wie er an sein Ziel kommt und was ein Mädchen gerne
hört. Bei den meisten brauchte er das wohl auch, weil er sie sonst nicht
dazu bekommen hätte. Aber ich wollte das nie. Alles was ich wollte war
Ehrlichkeit, dass ich die Absichten desjenigen kenne und mich darauf
einstellen kann."
, meine Stimme wird ein wenig leiser und ich muss
kurz durchatmen. Noch immer tut es weh, dass ich so verblendet
gewesen bin.
"Ich habe ihm alles erzählt, von den Problemen in der Schule
und Zuhause, sogar von den Dingen die Jennifer mir angetan hatte.
Er war der erste Mensch der mir zugehört hat, der mich zu verstehen
schien. Obwohl er nichts ändern konnte fühlte ich mich allein dadurch
besser, dass er mein Leid teilte. Ich war glücklich weil ich endlich nicht
mehr allein da durch musste."
Auch wenn ich versuche es zu verhindern
löst diese Erinnerung einen so heftigen Schmerz in mir aus, dass mir
Tränen auf den Stoff meines Shirts tropfen.
Wie kann eine Erinnerung die vermutlich nur eingebildet ist, so wehtun?
"Es war als wäre alles nur noch halb so schwer. Selbst die Demütigungen
ertrug ich besser. Bis ich eines Tages zu einem anderen, als dem üblichen
Zeitpunkt in sein Büro kam. Ich wollte ihm unbedingt etwas erzählen, ich
weiß nicht einmal mehr was es war, als ich die Tür aufstieß und ihn mit
Jennifer sah. Ich stand ewig in dieser Tür und sah ihnen zu, bis er mich
endlich bemerkte. Nicht weil ich es sehen wollte, sondern weil ich mich kein
Stück rühren konnte. Sie dagegen starrte mich gehässig über seine
Schultern an, ihren knallroten Erdbeermund leicht geöffnet, die Augen
zu Schlitzen verengt. Sie schaffte es mit jeder Faser ihres Körpers ihren
Triumph über mich auszudrücken. Und ich? Ich sah den Mann dem ich
mein Innerstes offenbart hatte mit einem Schlag wie er wirklich war.
Kalt, berechnend, verlogen. Immer nur auf sich selbst bedacht.
Er hielt das Mädchen in den Armen, welches mir seit der Grundschule,
das Leben zur Hölle gemacht hatte, obwohl er davon wusste. Weil es ihm
ganz einfach egal war was ich fühlte, weil ich ihm nichts bedeutete.
Selbst wenn mir diese Erkenntnis nicht schon längst gekommen wäre,
hätte ich es spätestens erkannt als er sich zu mir herumdrehte und mir
ohne jegliche Überraschung oder Bedauern in die Augen blickte."

Es fällt mir unglaublich schwer diesen Augenblick nocheinmal zu erleben,
als wäre ich noch einmal wie festgewachsen in dieser Tür. Ich weiß noch,
dass er etwas zu mir sagte, aber ich habe es längst nicht mehr gehört,
riss mich gewaltsam fort und rannte nach Hause. Bis ich dort ankam
waren die Tränen getrocknet und machten der Wut Platz.
Ich habe nicht gemerkt, dass ich meine Finger in mein Fleisch gekrallt habe,
erst als Thackery sie berührt und sanft löst wird es mir klar.
Überrascht starre ich auf seine Hände, die meine ganz vorsichtig umschließen.
Wie kannst du mich jetzt noch berühren? Wie kannst du dich nicht vor
mir fürchten, vor mir ekeln?

Seine Worte sind leise, aber zeugen von vollkommener Sicherheit.
"Du bist nicht wertlos!"
Nach all dem was ich ihm aufbürde, kann er das immer noch sagen, selbst
wenn ich das nichteinmal selbst sagen kann.
Immer noch ist der Abstand zwischen uns groß, aber nicht mehr so unüberwindbar,
durch die Brücke die unsere Hände bilden. Eine wacklige Brücke, aber besser
als nichts. Egal wie stark ich mich gebe, wie sehr ich versuche mich zu
überzeugen ihn loszulassen, ich wehre mich einfach innerlich dagegen.
Einen Moment lang bleiben wir so und schweigen, bevor er mich nach
den anderen fragt die ich getötet habe. Über das zu reden fällt mir nicht
minder leicht und wenn ich all die Dinge aufzählen wollte die sie mir in
den Jahren angetan haben, würde ich wohl erst in ein paar Stunden fertig.
"Jennifer und ihre Freundinnen konnten mich seit dem ersten Tag
der Grundschule nicht ausstehen. Ich habe ihnen nie etwas getan was das
irgendwie rechtfertigen würde, aber ich denke das ist wohl meistens so.
Bei mir war es einfach das Pech, dass ich als Einzige aus einer sozial
schwachen Familie kam. Wir lebten in einem Plattenbau und die Wohnung
war nicht nur winzig, sondern auch verdreckt und verschimmelt. Meine
Mutter kümmerte sich ja nie um etwas. Die anderen Eltern tuschelten seit
langem über meine Familie und die Kinder nahmen es einfach auf.
Sie stießen mich herum, bespuckten mich, nahmen mir meine Sachen weg
und versteckten sie irgendwo. Für die Lehrer waren das alles nur normale
Kinderstreiche, sie sahen nie einen Handlungsbedarf.
Ich weiß noch wie ich einmal meine Barbiepuppe mit in die Schule brachte.
Nach langem Betteln hatte ich endlich eine zum Geburtstag bekommen und
ich war so stolz, weil ich endlich auch einmal etwas hatte wie die anderen.
Aber als ich dann aus der Pause wieder ins Klassenzimmer kam, lag die
Puppe ohne Kopf auf meinem Pult. Später entdeckte ich den Kopf in Jennifers
Mäppchen. Es brach mir das Herz, da ich wusste, dass meine Eltern sich
keine neue Puppe würden leisten können und ich zudem noch Ärger deswegen
bekommen würde. Stundenlang trieb ich mich in der Stadt herum, weil ich
Angst hatte nach Hause zu gehen."
, ich schlucke schwer und umklammere
Thackerys Hände fester, weil ich irgendwo Halt suche um mich nicht zu verlieren.
"Es ging immer so weiter und je älter wir wurden desto gemeiner
wurden die Dinge die sie mir antaten. Manches war offensichtlich wie die
ständigen Beschimpfungen und Seitenhiebe oder, dass sie mich ausschlossen.
Anderes... war... nur hinter... verschlossenen Türen."
, ich sehe den dreckigen
Boden der Umkleide vor mir auf dem ich fast bäuchlings liege, weil Jennifer mich
mit dem Fuß runter drückt. Höre mein eigenes Flehen und ihr Gelächter.
"Leck ihn ab!"
Andere Erinnerungen schwirren durch meinen Kopf wie Film der in doppelter
Geschwindigkeit abgespielt wird. Ein Stechender Schmerz, Angst, Blut, Scham.
Ich muss mich zwingen weiterzusprechen um endlich zum Ende der Geschichte
kommen zu können, als könnte ich damit all diese Dinge endgültig auslöschen,
auch wenn ich weiß, dass die Bilder nur zurück in die Kiste gesperrt werden,
wo sie jederzeit entkommen können.
"Sie waren neidisch auf mich, weil ich hübsch war und ihnen die Jungs
wegnehmen konnte, die sie haben wollten. Das kam zu dem Hass den sie sowieso
auf mich hatten dazu."

Die Narben die es beweisen, sind jedoch ausgelöscht wie all die anderen auch.
Vielleicht sollte ich darüber froh sein, dass nichts davon echt war, doch das ist
nur ein schwacher Trost wenn sich trotzdem alles völlig real anfühlt.
"Deshalb suchte ich sie an diesem Tag auf der Mädchentoilette auf und
ließ sie um ihr kümmerliches Leben betteln. Ich wollte sie wenigstens einmal
einen Bruchteil meines Schmerzes fühlen lassen. Nur einmal wollte ich sie auch
flehen und wimmern hören und die Angst in ihren Augen sehen."
, schluchze ich
und breche völlig in mich zusammen. Hemmungslos schluchze ich vor mich hin,
meine Schultern zucken dabei in einem unregelmäßigen Rhythmus, während
eine Hand immer noch mit Thackerys verbunden bleibt.




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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Mo 17 Nov - 23:03

Emily weicht nicht zurück, als ich wieder ein wenig näher
rücke. Sie beleuchtet die Beziehung zu dem Lehrer etwas
genauer. Nicht nur sie ist auf die Masche des Lehrers
hereingefallen, sondern wohl auch ihre Mitschüler, andere
Mädchen und sogar Jungs. "Wie alt warst du damals?"
der Virus ist ja schon fünf Jahre her und ich schätze nicht, dass
Emily älter ist als ich selbst. Es zeigt mir, wie unerfahren ich in solchen
Dingen doch bin. Nur weil du zu feige bist! Sogar dazu bist du zu schwach!
Doch ich kann dem Hatter nicht recht geben. In dieser Hinsicht
fühle ich mich nicht schwach, sondern stark. Stark genug um nicht
jeder Versuchung zu erliegen. Ich wende meine Gedanken wieder
nur Emily zu. Blende den Hatter aus, denn er ist im Moment
nicht wichtig. Nur Emily zählt. Emily spricht nicht mit mir, so hat
es zumindest fast den Anschein, sie redet mehr mit dem Sofa oder
ihren Knien. Aber ich nehme es ihr nicht übel. Auch wenn sie mich
nicht direkt ansieht, mustere ich sie ganz genau. Nehme jede
Gefühlsregung die sich auf ihrem Gesicht zeigt in mir auf. So
wirkt sie nicht mehr eiskalt, sondern es spiegeln sich die
unterschiedlichsten Gefühle darauf. Schmerz, Trauer, Enttäuschung
Angst? Doch die Enttäuschung darüber, dass ihr ehemaliger Lehrer
sie getäuscht hat spiegelt sich am deutlichsten auf ihrem Gesicht
wider. Es tut weh sie so zu sehen und nicht nur weil ich weiß, dass
es Fleur wohl mit mir nicht anders ergangen sein mag. Auch wenn das
nie meine Absicht gewesen ist. Zumindest nicht die Absicht von Sam
oder mir, die des Hatters sehr wohl. "Du hast dich in ihn verliebt, stimmts?"
frage ich nachdem sie mir erzählt, dass sie ihm einiges anvertraut hat.
Der Name Jennifer ist bereits schon einmal gefallen. Doch wirklich in
Verbindung bringen mit dem was Emily bereits erzählt hat kann ich ihn
nicht. Doch sie hat Emily wohl weh getan und der Lehrer hat ihr das
Gefühl gegeben für sie da zu sein, sich für ihr Schicksal zu interessieren.
Emily rinnen nun Tränen über die Wangen und es schmerzt mich sie
wirklich so leiden zu sehen. Vorsichtig taste ich mit meinen Fingern
nach ihren Händen. "Er hat dir das Gefühl gegeben nicht alleine zu
sein." Er wusste wo er ansetzen musste, um sich ihr Vertrauen zu
erschleichen. Er wusste es genau und hat es schamlos ausgenutzt!
Meine Wut über diesen Mann kehrt mit einem Schlag zurück.
Ich würde es doch genauso machen! Du würdest es genauso
machen, wenn ich die Kontrolle übernehme! Du hast es bereits
getan.
Emily glaubt dir, dass du sie verstehst. Deine Berührung
macht ihr genau das weiß!
Die Worte des Hatters sind wie ein
Schlag ins Gesicht. Aber ich lasse Emilys Hand trotzdem nicht los.
Ich will ihr beistehen, ihr zeigen, dass ich da bin, auch wenn sie
all das noch einmal in ihren Erinnerungen durchlebt. Emily kommt zu
dem Punkt an dem Enttäuschung von Schmerz und Wut in ihrem
Gesicht abgelöst wird. Sie erzählt, dass sie Jennifer, so wie ich verstanden
habe DAS Mädchen, dass ihr das Schulleben zur Hölle gemacht hat, mit
ihrem Lehrer, ihrem Freund und ihrem Geliebten in flagrante erwischt hat.
Es muss ihr das Herz gebrochen haben. "Er hat seine Schülerinnen zu seinem
eigenen Vergnügen benutzt!" in meinen Worten schwingt tiefe Abscheu und
auch Wut mit. Er hat Emily noch mehr verletzt, als diese Jennifer es getan hat,
indem er sich mit der Person eingelassen hat, die Emilys Leben zu einer Qual
gemacht hat. Wäre der Kerl nicht schon längst tot, dann hätte ich große Lust
sein Leben zu beenden. Siehst du? Es steckt genauso in DIR wie in MIR! Wir sind
ein und dieselbe Person! Nicht ich bin der BÖSE, sondern WIR! Das Lachen des Hatters
hallt in meinem Kopf wieder und ich muss den Impuls unterdrücken meine Schläfen
zu massieren. Das Ganze bereitet mir bereits Kopfschmerzen und er macht es
nicht unbedingt besser. Ich kann verstehen, welche Gefühle Emily zu dieser Tat
getrieben haben und ich kann von mir nicht behaupten, dass ich anders gehandelt
hätte, ob ich anders damit umgegangen wäre. "Ich weiß nicht, was ich in deiner
Situation gemacht hätte. Aber er hatte es verdient!", knurre ich. Jetzt kenne ich
den Grund für ihre Tat und trotzdem weiß ich nicht, womit die anderen ihr
Ende verdient haben. Auch Emily erinnert sich wohl daran, denn sie erzählt
aus ihrer Kindheit. Davon was sie erlebt und durchgemacht hat. Sie stammt
aus ärmlichen Verhältnissen, die Mutter kümmerte sich nicht. Das was Emily
erzählt kommt mir zum Teil bekannt vor. Nicht alle meine Pflegefamilien waren
reich und hatten ein gepflegtes Umfeld zu bieten. Wahrscheinlich waren die Streiche
der Kids am Anfang wirklich noch lustig gemeint. Aber sie arteten mit der Zeit immer
weiter aus. Sachbeschädigung und Schikane, jeden Tag ein Kampf, jeder Tag ein
Krieg mit den Mitschülern- kräftezehrend. Ich verstehe nur zu gut, wie Emily sich
gefühlt haben mag, denn auch meine Pflegegeschwister waren sehr unterschiedlich
und auch ihr habe oft ihren Spott ertragen müssen. Doch ich hatte den Ausweg: Zurück
ins Heim und auf eine neue Familie hoffen, eine bessere. "Emily, ich... es tut mir schrecklich
leid, was du durchmachen musstest. Die Kinder hätten das nicht tun sollen und die Erwachsenen
nicht wegsehen. Die Lehrer hätten etwas unternehmen müssen." Emily hat mein tiefstes
Mitgefühl. Emily erzählt den Rest der Geschichte und bricht dann zusammen.
Ganz vorsichtig ziehe ich Emily in meinen Arm. Ich will nicht, dass sie von
den Gefühlen von damals erdrückt wird, sie soll sich nicht wieder so alleine fühlen
müssen, nie mehr so gedemütigt und gehasst. Vorsichtig streichle ich ihr über den Rücken
und ihre Haare. "Emily, es ist vorbei. Sie können dir nichts mehr tun." Auch wenn Emily
vielleicht nicht den richtigen Weg gewählt hat, um sich einen Ausweg aus der Situation
zu schaffen, es war wohl der einzige den sie gesehen hat, nachdem sogar
der Sohn des Direktors sie hintergangen hat und sich so den Machenschaften
der Mädchen angeschlossen hat. Ich weiß nicht wie viel Berechnung hinter
seinem Handeln gesteckt hat, aber ich glaube er wusste genau, wie hart es
Emily treffen würde, falls sie es herausfände- ich glaube er ist dieses
Risiko, das für ihn scheinbar keines war, bewusst eingegangen.
Er hat Emily, die seine Hilfe mehr als jede andere, gebraucht hätte,
ausgenutzt um sich selbst zu Beweisen was für ein toller Kerl er doch ist
und hat dabei mehr zerstört als die Mädchen mit ihrem Mobbing.
"Es wird alles gut, Emily!" versichere ich ihr leise und schließe sie fest
in meine Arme. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Emily sich das
alles nur ausgedacht hat. Die Emotionen wirkten zu echt, zu überzeugend
um nur erdacht zu sein. Auch wenn ich keine Erklärung dafür habe, was
passiert sein mag oder warum sie in Emily Harris Körper steckt, glaube ich
nicht, dass sich die schüchterne Emily all das nur ausgedacht hat. Auch wenn
die fehlenden Spuren auf ihrem Körper eine andere Sprache sprechen.

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Emily*
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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Mi 19 Nov - 10:55

"Ich war damals vierzehn.", antworte ich leise, weil mir klar
ist, wie sich das für ihn anhören muss. So jung und bereits so
verdorben zu sein, ist wohl nichts mit dem man angeben könnte.
Mittlerweile weiß ich ja von dem Virus, der vor fünf Jahren war,
was bedeutet, dass mir nicht nur diese Jahre sondern auch ein
Jahr davor fehlen. Naja zumindest wenn man annimmt, dass das
alles wirklich passiert ist, wovon ich nicht ausgehe.
Thackery rechnet wohl ebenfalls nach und ist offenbar überrascht,
weil er nicht damit gerechnet hat, dass ich bereits so alt bin.
Mir fällt die Liste mit den doppelten Namen wieder ein. Darauf waren
nicht nur zwei verschiedene Namen, sondern auch zwei Geburtsdaten.
Er holt mich aus meinen Grübeleien indem er mich nach IHM fragt.
Ich nicke, denn an ihn zu denken tut immer noch weh, egal wie
lange es her ist, vielleicht auch weil mir jegliche Erinnerungen an
diese Jahre die vergangen sind fehlen und es sich für mich anfühlt
als sei es gerade erst passiert.
"Ja da habe ich und ich kam mir so dumm deshalb vor, dass ich
nicht gesehen habe, wie er wirklich ist."
, sage ich leise und weiß,
dass ich Thackery nun genauso viel offenbart habe um mich verletzlich
zu machen. Ich frage mich ob ich nun den gleichen Fehler noch einmal
mache, mich noch einmal öffne, nur um mich zum leichten Opfer zu
machen. Doch die Wut, die Empörung darüber was ich ihm erzählt
habe, die ich in seinen Augen erkenne, lässt meine Zweifel schrumpfen.
Er fühlt wirklich mit mir und spielt es nicht nur, denn so wütend habe
ich ihn bisher noch nicht gesehen.
Du kennst ihn ja auch erst ein paar Stunden...
Doch als ich geendet habe und völlig in mich zusammensinke wandelt
sich seine Wut, die ja nicht mir gegolten hatte, sofort in Mitleid, in
echtes Mitleid. Er zieht mich so sanft wie ein rohes Ei in seine Arme
und hält mich fest. Dass er mich nach all dem immer noch beschützen
und trösten möchte fühlt sich fast unwirklich an, doch ich will seine
Aufrichtigkeit nicht anzweifeln, will es nicht als schönen aber nicht
echten Traum abtun. Alles was ich möchte ist mich in ihm zu verlieren.
In seiner Gegenwart fühle ich mich wohl und endlich einfach nur als
Ganzes. Ich brauche mich nicht mehr zu verstellen nur um jemandem
zu gefallen, brauche nicht die Starke zu spielen damit keiner merkt,
dass er mich gebrochen hat.
"Thackery? Ich weiß nicht... mehr was wirklich wahr ist oder
wer ich bin, aber ich weiß, dass du jemand Besonderes bist."
,
flüstere ich während ich mich an ihn drücke.
"Wenn... wenn ich nicht mehr... da bin... versprich mir einfach,
dass du das nie vergisst ja? Egal was andere sagen."
, bitte ich ihn.

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Mi 19 Nov - 11:18

Das was Emily mir erzählt hat ist ziemlich viel und
ziemlich schwere Kost. Ich glaube ich werde eine Weile
brauchen bis ich das ganze verdaut habe und ich weiß
nicht wie ich Emily Harris nun begegnen soll, nachdem
ich diese Emily geküsst habe. Emily war erst vierzehn, als
das passiert ist. Ich war damals erst dreizehn als der Hatter
diese schrecklichen Dinge Fleur angetan hat. Dass Emily von
der ganzen Erzählung und den Erinnerungen geschlaucht ist
sieht man ihr an und sie klammert sich an mich, wie eine
Ertrinkende, aber ich bin gerne ihr Rettungsring. "Ich glaube
nicht, dass irgendjemand gesehen hat, wie er wirklich ist."

Immerhin scheinen auch die anderen Lehrer nichts mitbekommen
zu haben und ich will einfach nicht glauben, dass alle nur ihre
Augen verschlossen haben, vor dem Monster das ihr Kollege war.
Einige werden es wohl trotzdem getan haben. Emily zweifelt an
ihrer eigenen Existenz, das wird durch ihre Worte noch einmal
deutlich. Trotzdem bringen mich ihre Worte in Verlegenheit.
Sie hält mich für etwas besonderes und sieht dabei nicht, dass
sie ebenso besonders ist.
Emilys Bitte jedoch bringt ein mulmiges
Gefühl mit sich. Es hört sich an als würde sie aufgeben.
"Emily ich will nicht, dass du einfach verschwindest! Ich weiß
nicht ob ich das zulassen kann."
sage ich ganz ehrlich. Allerdings
könnte ich Emily Harris wohl auch keine zweite Persönlichkeit
aufzwingen und ich bin mir nicht sicher ob es für die Situation
überhaupt eine Lösung geben kann bei der alle glücklich werden.
Ich glaube nicht an Happy-Ends... da mein eigenes bisheriges Leben
für keinen meiner Lieben ein Happy-End beinhaltet hat. Wir leben
nicht im Märchen - mein Herz zieht sich schmerzhaft zusammen, denn
genau das ist es, was ich mir wünsche: Ein Happy-End. Aber ich weiß auch
dass es das nicht für mich geben wird, solange der Hatter hier ist und dass
auch die beiden Emilys kein Happy-End bekommen können, zu zweit in
einem Körper.  "Aber ich werde dich ganz sicher nie vergessen."
verspreche ich Emily und ziehe sie in einen sanften Kuss.

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Do 20 Nov - 20:51

"Er konnte sein wahres Ich zu gut hinter seinem Charme verstecken.
Niemand hätte ihm je irgendwie misstraut, dem scherzenden immer
freundlichen und engagierten jungen Lehrer. Selbst wenn irgendwelche
Zweifel an ihm bestanden hätten, hätte sein Vater das schon irgendwie
wieder hingedreht. Das war... vielleicht auch ein... Grund warum ich...
ihn... naja... ich wusste eben, dass mir Niemand glauben würde und
ich am Ende nur dumm dastehen konnte. Außerdem würden mich alle
hassen, weil ich ihren Lieblingslehrer beschuldigt habe. Da schien mir
das irgendwie... der bessere Ausweg zu sein."
, versuche ich meine
Beweggründe in Worte zu fassen. Damals habe ich nicht daran gedacht
was danach passieren würde. Ich sah nur meine Ziele vor Augen.
Hätte ich mich selbst erschossen, wenn die Bullen mich nicht gestoppt
hätten?
Vermutlich nicht. Ich war nie der Typ dazu.
Kaum habe ich meine Bitte ausgesprochen, dass er nie vergessen soll,
dass er ein ganz besonderer Mensch ist, nimmt Thackerys Stimme einen
verzweifelten Ton an. Wenn ich nicht beteiligt wäre an dieser vertrackten
Situation, wäre das ganze vermutlich lustig. Doch so ist es einfach nur
grausam, denn mein Gefühl schwankt zwischen einem aufgeregten Flattern
weil ich ihm wichtig bin und er mich nicht gehen lassen will, und dem
dumpfen Schmerz, dass keiner von uns beiden daran wohl etwas ändern
können wird. Selbst wenn die richtige Emily mich nicht loswerden wollen
wird, was ziemlich unwarscheinlich ist, wäre es doch mehr als seltsam
wenn er abends mit mir einschläft und morgens neben ihr aufwacht.
"Ich werde dich ganz sicher nie vergessen..."... und ich dich auch nicht.
Niemals.
, denke ich während er mich so sanft und gleichzeitig voller
Sehnsucht küsst. Vielleicht ist es wirklich Zeit zu gehen und immerhin
war mir dieser winzige Augenblick echten Glücks vergönnt. Wieviele
Menschen werden alt und haben nie einen solchen Moment erleben
dürfen?

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