The Tribe Forum | Über die TV Serie „The Tribe - Eine Welt ohne Erwachsene“ und mehr! | Seit April 2012
 
StartseiteFAQSuchenMitgliederFacebook-CommunityAnmeldenLogin
Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 
Rechercher Fortgeschrittene Suche
Schlüsselwörter
ebony warum virus Amiria Abwesenheit
Die neuesten Themen
Dezember 2017
MoDiMiDoFrSaSo
    123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031
KalenderKalender
Partner
Teilen | 
 

 Kleines Badezimmer

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Bray*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 255
Anmeldedatum : 27.05.14

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Kleines Badezimmer   Mo 8 Sep - 23:08

Das kleine Badezimmer liegt direkt neben dem Schlafzimmer. Die Wände sind mit kleinen bunten Fliesen getäfelt, das Waschbecken, die Duschwanne und die Toilette sind cremeweiß. Über dem Waschbecken hängt ein Medizinschrank mit einem Spiegel, auf den mit Lippenstift oder etwas anderem verschmiert Never forget the past steht.
Nach oben Nach unten
Trudy*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 1112
Anmeldedatum : 02.09.13

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   Mo 6 Okt - 18:59

tbc: Küchennische

Ich trete ins Badezimmer und schaue mich erst einmal um.
Es ist ein süßes kleines Badezimmer und recht gut erhalten.
Ich meine in Anbetracht der Lage, dem Chaos und Plünderungen der letzte Jahre.
Doch dann fällt mein Blick auf den Spiegel.
Aber nicht ich bin es, die mich dazu bringt nun vollends in Tränen auszubrechen, sondern das, was jemand daran geschmiert hat.
Never forget the past.....
Hastig greife ich mir einen Lappen, der hier rumliegt und wische es ab.
Doch es gelingt mir nicht wirklich, sondern die Schrift verschmiert nur.
Es bleibt ein rot, verschmierter Spiegel zurück.
Weinend breche ich zusammen.
Ich kauere mich zwischen Toilette und Wanne und hoffe, dass dieser Schmerz endlich aufhört.
Denn nichts in meinem Leben ist so, wie ich es mir gewünscht habe und ich habe das Gefühl allen Leuten nur Unheil zu bringen und das mich niemand jemals wirklich lieben könnte.
Auch wenn ich meine Tochter über alles liebe wünsche ich mir jemanden mit dem ich über alles sprechen kann, ob männlich oder weiblich ist im Moment egal.Salene und auch Amber lassen mich nicht an sich heran und kennen auch nur ihre eigenen schmerzhaften Gefühle.
Ich wünsche mir doch nur jemand mit dem ich meine Sorgen, Ängst und auch meine Freude teilen könnte in meinem Alter.
Dann denke ich an Kay und auch an Jordan...und wieder muss ich weinen, wiel ich sie nicht wie vereinbart wieder getroffen habe.

-
Nach oben Nach unten
Bray*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 255
Anmeldedatum : 27.05.14

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   Mi 8 Okt - 14:24

cf: Flur und Küchennische

Den Raum selbst nehme ich gar nicht erst richtig wahr, denn mein Blick fällt sofort auf Trudy, die weinend an eine Wand gelehnt auf dem Boden sitzt und ziemlich verzweifelt wirkt. Ich kann mir nicht erklären, was auf einmal geschehen ist, das sie in so ein tiefes Loch zurückgezogen hat. Im Augenwinkel sehe ich etwas Rotes und beim Hinsehen erkenne ich über dem Waschbecken einen rot verschmierten Spiegel. Offensichtlich hat dort einmal etwas gestanden, aber die Buchstaben sind nun ziemlich unleserlich geworden. Ich hoffe bloß, dass es sich bei der Farbe wirklich um Farbe oder Lippenstift handelt und es kein Blut ist. Trudy selbst scheint physisch aber zumindest nicht verletzt zu sein. Besorgt gehe ich zu ihr, lasse mich neben sie an die Wanne gelehnt auf die Fliesen sinken. Vorsichtig lege ich ihr eine Hand auf die Schulter, da ich noch immer nicht weiß, wie weit ich gehen darf.
"Hey. Was ist denn los? Was ist geschehen?", murmele ich, um heraufzufinden, was passiert ist. Aus einer Taschentuchbox, die auf der Badewanne steht, ziehe ich ein paar Tücher und reiche sie Trudy, damit sie sich ihre Tränen aus den Augen wischen kann. Mit meiner Hand streiche ich tröstend über ihren Arm und ihre Schulter.
Nach oben Nach unten
Trudy*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 1112
Anmeldedatum : 02.09.13

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   Mi 8 Okt - 14:41

Ich bemerke erst gar nicht, dass Bray ins Bad gekommen ist, denn ich bin so in meinen dunklen Gedanken gefangen, dass ich irgendwo ganz weit weg bin.
Erst als er mich fragt, was los wäre und sich neben mich setzt, schaue ich erschrocken auf, aber senke sofort wieder den Kopf.
Er streichelt mir liebevoll die Schulter, wodurch ich mich noch schlechter fühle.
Ich wollte nicht das du mich so siehst. Ich bin doch nicht mehr dieses seelische Wrack von damals rauscht es mir durch den Kopf.
Ich atme geräuschvoll aus und schaue dann doch wieder hoch.
Mein Gesicht ist nass von dem ganzen geheule, daher nehme ich die Taschentüscher dankbar an.
Ich...Brady...du... ich bekomme keinen richtigen Satz heraus und hole daher tief Luft.
Brady wird niemals ihren Vater kennenlerne, sie weiß nicht mal wer das ist....
Und wenn sie es wüsste hätte sie sicher angst....vor den Choosen und das was man über sie sagen würde....die Tochter von Zoot........sie hat niemanden außer mir....
Und niemand ist für mich da....Amber ist völlig verstört und Salene redet nicht mehr mit mir weils ihr nicht gut geht aber sie mir auch nicht sagt warum....
Dann wollte ich mich ja mit Jordan treffen, aber ....ich weiß gar nicht ob sie mich nun überhaupt noch sehen möchte...geschweige denn, dass ich weiß ob sie noch hier ist...
Vielleicht ist sie auf einfach froh mich nicht mehr als Anhängsel zu haben...
die Worte sprudeln nur so aus mir heraus, tortzdem muss ich immer wieder Luft holen und ein Schluchzen unterdrücken.
Ich fühle mich so alleine und dann standen da auch noch diese Worte an dem Spiegel, die das Fass zum überlaufen gebracht ich muss abbrechen und falle Bray in die Arme und schluchze einfach vor mich hin.
Es ist so viel passiert, ich musste schneller Erwachsen werden als ich wollte und dann sind dazu auch noch alle Erwachsenen gestorben.
Aber was viel schlimmer ist, dass ich das Gefühl habe mit alldem alleine da zu stehen.

-
Nach oben Nach unten
Bray*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 255
Anmeldedatum : 27.05.14

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   Mi 8 Okt - 15:25

Es dauert ein paar Sekunden, bis Trudy auf meine Anprache reagiert. Dann ist sie zunächst erschrocken, anschließend versucht sie sich zu fangen. Sie nimmt die Tücher aus meiner Hand und öffnet dann den Mund, um etwas zu sagen. Heraus kommen aber zunächst nur unsere drei Namen. Oder eher gesagt die Namen im übertragenen Sinn. Sie atmet mehrere Male durch, bis die Worte wie ein Wasserfall aus ihr herauskommen. Ich höre schweigend zu, probiere alles in meinem Kopf in eine Ordnung zu bringen. Die Situation ist so ähnlich wie früher, als Trudy sich oft alleine und verraten gefühlt hat. Besonders kurz nachdem wir zu den Mall Rats gekommen waren und sie so sehr meine ständige Aufmerksamkeit und Anwesenheit haben wollte, dass sie mich damit völlig eingeengt und unter Druck gesetzt hat. Damals habe ich nicht richtig gewusst, wie ich mit alldem umgehen soll. Jeder dachte immer, ich hätte einen Plan von allem, wäre stark und käme gut mit der Lage nach dem Virus klar. Dabei sah es nicht selten ganz anders aus. Ich hatte nicht nur meine Eltern sondern auch meinen alten Bruder verloren, der nicht mehr er selbst war, sondern bloß noch als Zoot durch die Welt streifte. Ich musste damit leben, dass gleich zwei Mädchen in mich verliebt waren und weil ich ihre Gefühle nicht so erwiederte, wie sie es wünschten, etwas mit meinem Bruder anfingen. Es tat weh zu sehen, wie sie ihn benutzten, aber auf mich gehört, wenn ich ihm die Wahrheit gesagt hätte, hätte er auch niemals. Im Gegenteil. Es hätte ihn noch mehr runtergezogen und Zoot dadurch stärker gemacht, dass er durch die verletzenden Gefühle in ihm noch grausamer zu allen wurde, die er kontrollieren konnte. Und dann war Trudy auch noch von Martin schwanger geworden, aber die Locos waren einfach nicht der richtige Platz für eine schwangere Frau oder später ein kleines Baby.
Als Martin dann in dieser einen Nacht, in der ich ihn seit langem einmal wieder als den alten Menschen erlebt habe, der sich über sein Kind freut und liebevoll ist, von diesem Geländer gestürzt ist, war die Verantwortung auf meinen Schultern noch größer geworden. Viel eher hatte ich dagegen mit den Schuldgefühlen zu kämpfen. Denn hätte ich ihn nicht in die Mall gebracht, wäre er womöglich heute noch am Leben. Und hätte nicht so verblendete Verehrer wie die Chosen. Denn so fremd er in seinem Charakter seinem alten Ich auch geworden war, das was der Guardian und seine Leute gemacht haben, hätte er niemals unterstützt...
Ich ärgere mich darüber, so viel über mich selbst nachzudenken, wenn es Trudy schlecht geht, aber das alles hängt untrennbar zusammen.
"Du hast Recht. Bis auf dieses eine Mal in der verhängnisvollen Nacht werden sich die beiden auf dieser Erde niemals begegnen. Er wird sie nicht aufwachsen sehen und sie wir keine Gutenachtgeschichten von ihm hören, nicht mit ihm auf einem Spielplatz spielen oder Abenteuer mit ihm erleben. Aber sie kann ihn kennenlernen. Denn wir alle sind in unseren Herzen für immer mit ihm verbunden und können ihr erzählen, wie er wirklich war. Als Martin, nicht als Zoot. Denn das war nur eine Maske, die er getragen hat, um besser mit dem neuen Leben zurechtkommen zu können..."
Weil die Tränen anhaltend über Trudys Wangen fließen und sie die Taschentücher nur in der Hand hält, nehme ich eines davon zurück und beginne damit, ihre Tränen zu trocknen. Dann rede ich weiter.
"Und die anderen..irgendwie hatten wir in unserem Tribe schon immer das Problem, dass wir zwar viel geschafft und oft zusammengehalten haben. Aber jeder hat auch stets für sich selbst gearbeitet, egoistisch gedacht und gehandelt. Mich eingeschlossen. Ich weiß nicht, was in den letzten Jahren alles genau geschehen ist, bis auf das, was du mir erzählt hast. Doch manchmal sind viele Dinge einfach so schwerwiegend, dass man den Blick für andere verliert, ohne es richtig zu merken. Als trüge man Scheuklappen. Aber du bist nicht allein. Ich denke, wenn alle wüssten, wie es dir wirklich geht, würden sie anders mit dir umgehen, mehr auf ihre Taten achten. Und falls nicht..ich bin wieder da. Und ich bin für dich da. Wann immer du mich brauchst, in Ordnung?"
Als Trudy mir um den Hals fällt, erwiedere ich ihre Umarmung. Es fällt schwer, meine eigenen Tränen über die ganzen Gedanken und das Geschehene zurückzuhalten, aber ich schaffe es.
"Und wegen Jordan. Sie hat doch wirklich nett gewirkt und als würde sie sich um dich sorgen. Wenn sie noch in diesem Haus lebt, was sehr wahrscheinlich ist, wirst du sie schon bald wiedertreffen."
Was meine Freundin über das am Spiegel sagt, bringt mich noch mehr zum Aufhorchen. Jedoch entscheide ich, genug gesagt zu haben, das erst einmal sacken muss.
Nach oben Nach unten
Trudy*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 1112
Anmeldedatum : 02.09.13

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   Mi 8 Okt - 18:43

Bray hört mir erstmal nur aufmerksam zu, wofür ich sehr dankbar bin.
Nach einiger Zeit sagt er dann, dass ich recht habe und Brady ihren Daddy nie wirklich treffen wird, wegen dieser einen verhängnisvollen Nacht von damals.
Doch dann sagt er noch etwwas, was meine Gedanken neu aufwirbeln lässt.
Denn sie kann ihn durch uns kennenlernen, weil wir für immer mit ihm verbunden sind und nicht den Zoot kennen, sondern ihren wahren Papa Martin.
Zaghaft schaue ich in an und nicke, von diesem Ausgangspunkt habe ich es bisher nicht betrachtet.
Dann nicke ich und Bray nimmt mir ein Taschentuch ab und wischt meine Tränen weg.
Dann erzählt er weiter, das wir bisher immer Probleme im Tribe hatten und jeder doch zum größten Teil nur an sich selbst gedacht hat. Auch wenn wir in richtigen Extremsituationen zusammengehalten haben, war das meist nie von Dauer.
Die meisten haben einfach Scheuklappen auf und beschäftigen sich nur mit ihren eigenen Problemen, weil diese greifbarer für sie sind.
Auch hier muss ich ihm zustimmen. Denn bevor ich von den Choosen entführt wurde bzw. Brady von ihnen gekidnappt war ich ebenso egoistisch wie die anderen.
Ich habe krampfhaft versucht Bray an mich zu binden durch Brady und als mir das nicht gelang habe ich sogar versucht mich umzubringen. Außer Salene hat sich niemand wirklich um mich und Brady gekümmert und ich war danach furchtbar zu ihr und habe ich es kaum gedankt.
Das bereue ich mittlerweile zutiefst und bin unendlich froh darüber, dass sie mir das verziehen hat.
Und auch als ich die verehrte Mutter war, hätte ich anders handeln sollen und nicht meinen eigenen Tribe ins Unglück stürtzen sollen. Doch ich hatte furchtbare Angst um Brady und das ich sie nie wieder sehen würde wenn ich nicht kooperiere.
Und zu meinem verwundern sagt Bray dann etwas, womit ich nicht gerechnet habe, nämlich das ich nicht alleine bin, dass er für mich da sein würde, zu jeder Zeit.
Ich nicke übertrieben doll und falle ihm glücklich um den Hals.
Nach kurzer Zeit kommt er dann auf Jordan zu sprechen. Er meint, dass sie nett schien und sich sichtlich Sorgen um mich gemacht hat. Außerdem würde ich ihr sicher bald begegnen, wenn sie hier im Haus wohnt.
Ja sie sagte, sie wohnt in dem Stockwerk über uns erkläre ich dann lächelnd.
Danke, für alles!! sage ich und meine es absolut ehrlich, dann falle ich ihm nochmals um den Hals.
Es geht mir nun schon wieder viel besser, wo ich weiß, dass ich Hilfe bekomme und nicht mehr alleine bin und vorallem, nachdem ich endlich mal den ganzen Kummer loswerden konnte.
Naja, nicht den Ganzen füge ich in Gedanken dazu und muss wieder an die Worte am Spiegel denken.
Einige Zeit verharren wir so, bis ich dann das Schweigen breche indem ich aufstehe.
Ich streife mein Kleid straff und reiche Bray meine Hand um ihm aufzuhelfen.
Als er dann neben mir steht, wiederhole ich die Worte am Spiegel.
Never forget the past stand da und ich deute auf den verschmierten Spiegel vor uns.
Dann schaue ich ihn an Weißt du wer hier vorher gewohnt hat?
Denn ich finde, das klingt nach den Choosen, oder bilde ich mir das ein?
frage ich.

-
Nach oben Nach unten
Bray*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 255
Anmeldedatum : 27.05.14

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   Fr 10 Okt - 18:53

Was auch immer genau meine Worte in Trudy bewirkt haben, sie haben dafür gesorgt, dass es ihr zumindest für den Moment wieder besser geht. Zu den alten Tränen kommen keine neuen mehr dazu. Sie umarmt mich weiterhin und erkennt dann ganz euphorisch, dass ihre neue Freundin Jordan wirklich nicht so weit weg ist. Sie hat jemanden, zu dem sie gehen kann. Und ich weiß, dass Trudy selbst auch für mich da sein würde, wenn ich weiterhin über das sprechen wollen würde, was mich beschäftigt. Wenn ich so darüber nachdenke, dann habe ich seit der Schule früher nie wieder einen richtigen Freund gehabt, mit dem ich mich wirklich und nicht nur zweckmäßig verbunden gefühlt habe. Außer Amber vielleicht damals. Doch seit sich dann unsere Liebe entwickelt hatte, konnte ich zwar trotzdem noch über alles mit ihr reden, das Verhältnis war trotzdem etwas anders.
Die anderen von den Mall Rats haben mich dagegen immer nur als einen Anführer angesehen, an einen, der zusammen mit weiteren Essen besorgt oder durch seine Unzuverlässigkeit Probleme verursacht. Aber Freundschaft..ich weiß nicht. Womöglich habe ich eines Tages ja wieder das Glück neben Trudy weitere Menschen zu finden. Und zu Amber zurückzufinden. Falls sie das denn auch wünscht..
"Nichts zu danken",, meine ich und stehe gemeinsam mit Trudy auf. Sie verrät mir, was auf dem Spiegelglas gestanden und sie so aufgewühlt hat.
Ich zucke mit den Schultern.
"Ich weiß nicht. Wer auch immer das da hingeschrieben hat, kann ja nicht vorraussetzen, dass man dabei automatisch an die Chosen denkt. Und so wie es vorhin in der Eingangshalle gewirkt hat, scheint das Gebäude diesem anderen Markttribe zu gehören. Vielleicht stand das auch einfach nur so da. Als Erinnerung an das, was war. Oder an das, was die Personen, die hier einmal gewohnt haben, erlebt haben", versuche ich Trudys neu entflammtes Misstrauen etwas zu zügeln. Denn die Sache mit Danni war zwar wirklich komisch, aber das muss ja nicht automatisch bedeuten, dass noch mehr damit zusammenhängt. Im Hinterkopf behalten werde ich den Spruch dennoch.
"Wollen wir dann gehen?"
Nach oben Nach unten
Trudy*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 1112
Anmeldedatum : 02.09.13

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   Fr 10 Okt - 20:00

Bray erklärt mir, das meine Bedenken wahrscheinlich übereilt waren und das nicht unbedingt etwas mit den Choosen zu tun hat.
Du hast sicher recht.
Doch seit der Geschichte mit diesen Verrückten habe ich einfach panische Angst, dass sie mir wieder mein Baby wegnehmen
erzähle ich Bray den Grund meiner Angst und ich denke, er kann mich sehr gut verstehen.
Denn das was dort in mir ausgelöst wurde möchte ich nie wieder durchmachen und wird mich wohl ewig begleiten.
Ich habe mich mittlerweile wieder im Griff und auch das Gefühl, dass es mir wieder besser geht.
Es war wohl einfach mal an der Zeit alles rauszulassen und wer weiß, vielleicht ist es ein Wink des Schicksals, dass ich Bray hier wiedergetroffen habe und wir nun Freunde werden können ohne irgendwelche Hintergedanken.
Ich bin ihm auf jeden Fall für seine Hilfe in der Vergangenheit und heute mehr als dankbar.
Als er vorschlägt, ob wir nun gehen wollen nicke ich und gehe zum Schlafzimmer.

tbc: Schlafzimmer

-
Nach oben Nach unten
Bray*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 255
Anmeldedatum : 27.05.14

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   Sa 27 Dez - 0:48

cf: Flur und Küchennische

Als ich das Bad betrete, kommt mir sofort wieder das Bild von der aufgelösten Trudy in den Sinn. Obwohl ich nicht weine, es die ganze Zeit nicht getan habe, frage ich mich, ob ich auf Lia ähnlich wirke wie Trudy es auf mich hat. Der Spiegel ist noch immer mit der verwischten Schrift verschmiert, ich halte mich aber nicht lange damit auf, sondern öffne den Medizinschrank, um herauszufinden, was sich alles darin verbirgt. Zu meiner Überraschung erscheinen mehrere Regalreihen, die ordentlich mit Dosen, Tigeln und anderen Dingen gefüllt sind, ohne dass sich jemand einmal an ihnen vergriffen zu haben scheint. Vielleicht war die Wohnung hier ein noch größerer Glücksgriff als gedacht, auch wenn ich davon ausgegangen bin, dass Nicolas alles durchsucht hat, ehe er seine eigene gewählt hat. Womöglich war er aber auch einfach nur froh, überhaupt ein sicheres Dach über dem Kopf zu haben und davorn überzeugt durch seine Mitgliedschaft bei dem Markttribe ohnehin abgesichtert zu sein, ohne weitere Waren finden zu müssen.
Neben Pflegecremes befinden sich so in dem Schränkchen auch Sachen wie Hustensaft, Pinzetten, Wattestäbchen und tatsächlich in einer hinteren Ecke eine halb leere Flasche mit Wundendesinfektion und Verbandszeug. Ich lege mir alles zurecht, schließe den Schrank dann wieder, während ich innerlich demjenigen danke, der diese Utensilien hier gelassen hat und mache mich bereit für die Schmerzen, die sich in meiner Hand gleich noch mal um ein Vielfaches erhöhen werden, sobald ich das Desinfektionsmittel über die Wunden gießen werde. Ich schaue mir selbst im Spiegel, der mich bloß undeutlich und mit diesen roten Verwischungen der Schrift auf dem Glas reflektiert in die Augen, atme tief durch und öffne anschließend die Flasche mit dem Mittel. Ein steriler Geruch steigt mir in die Nase, der mich sofort an ein Krankenhaus erinnert. Um sehen zu können, wo die Wunde überhaupt verläuft, drehe ich das Wasser an, warte bis es eine lauwarme Temperatur hat und wasche meine Hände dann erst einmal. Im Anschluss kippe ich das Desinfektionsmittel über die blutigen Striehmen, wo ich den Zaun getroffen habe und beiße mir fest auf die Lippe, um nicht vor Schmerzen aufzustöhnen. Mit geschlossenen Augen verharre ich so, bis das Pochen abebbt und mir nicht mehr ganz so schwindelig ist, dann öffne ich sie wieder. Im Waschbecken bildet sich ein kleines Rinnsal aus Blut und dem Mittel, das ich mit Wasser wegspüle. Meine Wunde tupfe ich mit etwas Watte trocken und ab, danach ist der Verband dran. Da ich nur eine Hand zum Binden habe und ungern Lia darum bitten möchte, mich zu verarzten, muss ich etwas improvisieren, es klappt aber irgendwie besser als erwartet und ich hoffe, es wird halten, wenn ich mich hinlege.
Nachdem ich das Bad so gut wie möglich wieder aufgeräumt habe, kehre ich in den Flur zurück.

tbc: Flur und Küchennische
Nach oben Nach unten
Bray*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 255
Anmeldedatum : 27.05.14

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   Mo 9 März - 18:05

cf: Flur - und Küchennische

Es liegt noch immer ein leichter Anflug von Alkohol in der Luft, mit dem ich hier meine verletzte Hand gereinigt habe. Auch der Spiegel ist weiterhin verschmiert, denn ich wollte kein Wasser nur dafür verbrauchen, dass die roten verwischten Spuren dort verschwunden sind, selbst wenn es aussieht, als hätte jemand nichts hingeschrieben, sondern Blut verloren. Neben der Toilette steht wie immer seit dem Ausfall des fließenden Wassers ein voller Eimer Wasser vom Fluss, denn man kann unmöglich immer nach draußen gehen. Dass wir so oft losmüssen, um neues Wasser zu holen, reicht da völlig.
Ich lege das Kissen auf die abgesenkte Seite der Duschwanne, die flacher ist, ziehe meine Schuhe aus und lege mich anschließend zusammen mit meiner Decke und in meinen jetzigen Klamotten in die Wanne und starre in die Dunkelheit, denn es gibt kein Fenster, durch das Licht dringen könnte. Ganz wohl fühle ich mich hier jedoch nicht, denn ich weiß, wie unoptimal die Lösung ist, im Bad zu schlafen, vor allem, wenn einer meiner Gäste es mal benutzen muss und nicht gleich sehen kann, dass ich hier bin. Falls doch, wäre es ja kein Problem mich zu wecken, ich habe aber eigentlich nicht vor, jemand einen Herzinfarkt zu bescheren. Mit diesen Sorgen im Kopf drifte ich immer weiter in den Schlaf ab, ohne dass ich es verhindern könnte...


Zuletzt von Bray* am Do 12 März - 12:34 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Amber*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 738
Anmeldedatum : 03.09.13
Alter : 22
Ort : Sylvia Park Auckland

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   Di 10 März - 23:23

cf: Wohnzimmer

Mit der kleinen Kerze, die kaum größer als ein Teelicht ist, tappe ich durch die Gänge der kleinen Wohnung in Richtung Badezimmer. Es ist stockdunkel und ich kann kaum etwas sehen außer das bisschen, dass durch den Lichtschein erhellt wird. Der Boden ist kalt. Meine Schuhe habe ich ausgezogen und spüre die Maserung der Holzdielen unter meinen Füßen. Ich kann immer noch nicht schlafen, während das Haus komplett still ist. Niemand ist zu hören, nur meine Schritte ertönen auf dem spörden Boden. Leise betrete ich das Badezimmer ohne mich grob umzusehen. Ich bin auf meine Schritte konzentriert und mein Blick ist auf den Boden gerichtet, während ich zielstrebig zum Waschbecken gehe, dass direkt neben der Badewanne steht, welcher ich jedoch keine genauere Beachtung schenke, als das ich erkenne, dass darin irgendwelche Decken liegen. Nicht jedoch entdecke ich Bray, welcher es sich in der Badewanne bequem gemacht hat. Ich stelle die Kerze auf das Waschbecken ab und stütze mich mit beiden Händen darauf ab. Ich vermute nicht, dass jemand an einen solch ungewöhnlichen Ort tatsächlich schläft und setze mich mit dem Rücken zu der Badewanne hin an die kurze Seite und atme kurz durch und drehe gedankenverloren den Wasserhahn auf, ohne zu überlegen, dass wir momentan kein fließendes Wasser besaßen. Der Wasserhahn hustet und spuckt vor sich hin, während Luft geräuschvoll aus den alten Rohren entweicht. Schnell erinnere mich an unsere Lage und drehe ihn wieder zu. Kein fließendes Wasser... dumme Nuss, schimpft mich mein Gedächtnis selbst und ich bleibe wortlos am Rand der Badewanne sitzen und streiche mir über meine müden Augen. Ich bin eindeutig erschöpft, obwohl ich nicht schlafen kann. Mein Atem ist ruhig und gleichmäßig während meine Gedanken sich immer noch um die Ereignisse der letzten Stunden, um Bray, um Jay und um meine Kinder kreisen. Ich hatte gehofft, etwas Wasser würde meinen erhitzten Kopf von den schweren Gedanken abkühlen, die mein Gemüt erhitzen, doch ohne Wasser konnte ich genauso gut wieder ins Bett zurück gehen. Bzw. besser auf die Couch. Bray jr. schläft tief und normalerweise beruhigt mich sein ruhiger Atem, so dass ich auch zur Ruhe komme, doch heute ist es anders.
Übermüdete sitze ich am Badewannenrand und warte selbst einfach nur, dass etwas Zeit vergeht ohne zu merken, dass hinter mir Bray liegt.

-
Nach oben Nach unten
Bray*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 255
Anmeldedatum : 27.05.14

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   Do 12 März - 12:53

Ich träume. Es sind nur verwischte Bilder, die durch meinen Kopf schwirren, keine Geschichte, die einen Sinn ergeben würde. Mal ist alles schwarzweiß, dann wieder grell in bunten Farben, ich sehe vage Gesichter aufblitzen von Mensche, die ich kenne, von Fremden, von wichtigen Szenen aus meiner Vergangenheit, grausam, schön, unglaublich. Wo ich dabei stehe, weiß ich nicht. Mal scheine ich mitten im Geschehen zu sein, ohne dass andere mich wahrnehmen, dann wieder spreche ich doch mit Personen, sehe mich selbst reden, als hätte ich meinen Körper verlassen und in weiteren Szenarien bin ich außerhalb. Nur in Beobachterfunktion und ohne handeln zu können. Das letzte Bild, das ich sehe wie durch einen Schleier, ist wie ich über einen Marktplatz laufe. Es ist noch früh, alles ist leer. Da bin nur ich. Plötzlich höre ich etwas über mir, da ist wer in meiner Nähe, aber ich kann keinen anderen Menschen sehen. Bloß ein Zischen...das mich an die Feuerwerke erinnert, die früher zu Silvester in den Himmel katapuliert wurden...Oder an Schlangen. Die Nähe einer anderen Person ist weiterhin zu spüren, dann ertönt ein Knall...
Ich wache auf. Oder besser gesagt schrecke aus einem Affekt hoch, atme unruhig und statt dass mich Dunkelheit erwartet, ist immer noch ein leises seltsames Geräusch im Badezimmer zu hören und ich sehe einen schwachen Lichtschein. Bevor ich darüber nachdenken kann, woher dieser zeugt und was er bedeuten könnte, fährt auch die Person, die auf der Badewanne sitzt, entsetzt herum, lässt die kleine Kerze in ihrer Hand auf den Boden fallen, die dadruch erlischt und verliert das Gleichgewicht, sodass sie im nächsten Moment in meine Arme fällt und mich zurück in mein Kissen drückt. Es ist Amber...
Verdammt, ich hätte sie vorwarnen sollen. Immerhin war gerade das - ihr solch einen Schock zu verpassen - nicht, was ich wollte, auch wenn ich zugeben muss, dass es schön ist, sie so nah bei mir zu haben, ob beabsichtigt oder nicht. Die bitteren Gedanken an Jay und ihre Abwehr vorhin sind in dieser Sekunde bloß zweitrangig.
"Amber...es..es tut mir leid. Ich hätte vielleicht bescheidsagen sollen, dass ich mich im Bad niederlasse. Alles in Ordnung?", bringe ich heraus, als meine Atmung sich wieder etwas beruhigt hat. Währenddessen ist mein Herz in Aufruhr und klopft um sein Leben. Ich versuche, so viel wie möglich von diesem Moment festzuhalten.


Zuletzt von Bray* am Mi 18 März - 16:22 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Amber*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 738
Anmeldedatum : 03.09.13
Alter : 22
Ort : Sylvia Park Auckland

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   So 15 März - 20:51

Die Müdigkeit sitzt in meinen Knochen während mein Kopf Gedanken jagt. Diese Hetzjagd kann ich nur nicht gewinnen, so dass meine schweren Knochen auf dem kühlen Badewannen rand ruhen während ich darauf warte ein wieder klares Bild von meinem Ich und unserer Situation zu bekommen. Doch es kommt nicht. Jetzt nicht. Ich registriere nicht einmal, dass hinter mir in der Badewanne Bray liegt, der es sich hier versucht gemütlich zu machen. ich greife wieder nach der kleinen Kerze, um wieder zu Bray jr. zurück zu gehen, der sanft in eine Decke gekuschelt schläft, als plötzlich Bray hinter mir aus seinem Schlaf erwacht und mich so dermaßen erschreckt, dass ich mein Gewicht nicht mehr zu halten weiß und selbst so erschrecke und rücklings in die Badewanne falle. Die kleine Kerze erlischt und ich mein Herzschlag verdoppelt sich. Ich bin nicht mal in der Lage in diesem Moment zu schreien, sauge nur scharf die Luft ein, bevor ich auf jemanden Lande, dessen Duft mir sofort in die Nase kommt und mich erkennen lässt, auf wen ich gerade gefallen bin. Es ist Bray. Wir liegen beide auf dem Rücken. Ich drücke ihn zurück in die Badewanne. Mein ganzes Gewicht lastet auf ihm und für einen winzigen Moment würde ich einfach gerne liegen bleiben rappel mich aber dann schwer aus dieser Postion auf, um ihm Platz zu lassen, Platz zum atmen… Platz von meiner erdrückenden ungewöhnten Nähe. Die stillen Sekunden der Nähe in der gedanklichen Ferne fühlen sich so zart auf meiner Haut an, so dass ich wünschen würde die Zeit und alles andere um mich herum vergessen zu können, doch die Realität holt mich schneller ein. Mein Verstand protestiert obwohl mein Herz sich nach ihm sehnt. Ich darf nicht… ich darf einfach nicht.
Mit meiner Hand stütze ich mich leicht auf Bray's Oberkörper auf. Es fällt mir schwer mich aus dieser Lage zu befreien und obwohl ich gerade eben noch versucht hatte mich aufzurappeln sinke ich dann langsam wieder zurück auf Bray, der versucht mich mit seinen Worten zu beruhigen. Seine Entschuldigung gilt mir und ich sage nichts, sondern liege dann nur wortlos auf seinem Oberkörper, während meine Beine noch außerhalb der Badewanne baumeln. "Ich denke ja... "wispere ich dann doch, nachdem er trägt, ob alles in Ordnung ist. ".. bei dir?" flüsterte ich dann leise, nachdem sich mein Herzschlag wieder langsam wieder normalisiert.

Immer noch ruhe ich auf seinem Oberkörper, der so warm auf meinem Rücken ist. ich spüre seinen Atem und ich weiß, dass diese Nähe, obwohl sie sich wundervoll anfühlt nicht die ist, die wir gerade teilen sollten. Mein Körper wirkt aber zu träge, um ihn zu bewegen und für einen Moment lasse ich meinem Empfinden Platz, ignoriere mein Gewissen, dass mir droht es Jay zu erzählen. Ich weiß, dass es nicht richtig ist, doch gerade lasse ich es einfach zu. Wegen unserer Vergangenheit, wegen unseres Kindes und weil ich weiß, dass wir für einander empfinden, obgleich in welch einer Weise.


-
Nach oben Nach unten
Bray*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 255
Anmeldedatum : 27.05.14

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   Mi 18 März - 17:13

Die ganz vertraute Lage hält nicht lange an, denn Amber versucht, etwas Platz zwischen uns zu bringen. Es wirkt nicht unbedingt ablehnend, ihre Hand ruht auf meinem Oberkörper, während sie sich demnach was ich in der Dunkelheit durch die nicht mehr vorhandene Lichtquelle spüren kann, versucht umzudrehen. Dies gelingt ihr hingegen nicht und mit einem kleinen Ruck fällt sie erneut auf mich zurück, was mir sowohl methaphorisch als auch wortwörtlich ein zweites Mal den Atem nimmt. Ich wage allerdings nicht, etwas dagegen zu unternehmen, zwinge mich dazu, irgendwie zu atmen, ohne den Kontakt unterbrechen zu müssen, der dadurch, dass keiner von uns etwas sehen und wir nur fühlen können, noch viel intensiver ist. Meine Fantasie geht mit mir durch, spult all die Momente unserer Vergangenheit in meinem Kopf ab wie einen weiteren schnellen Traum im Format eines Daumenkinos und dann stelle ich mir vor, wie witzig das gerade aussehen musste, wie wir so in dieser kleinen Wanne liegen. Jetzt würde bloß noch fehlen, dass Lia oder gar unser kleiner Sohn von Ambers Aufschrei geweckt worden wären und gleich ebenfalls im Bad stehen würden, doch das wird nicht geschehen, zumindest nicht aus diesem Grund, denn Amber ist ganz ruhig geblieben. Sie ist noch nie der Typ Mensch gewesen, der sich so leicht aus der fassung hat bringen lassen. Mit leisen Worten entgegnet sie nach einer mir undefinierbaren Zeitspanne, dass ihr nichts geschehen sei. Zumindest nichts, das sie jetzt bereits spüren kann, schiebt mein Kopf hinterher, denn durch einen Schockmoment kommt es nicht selten vor, dass man sich verletzt ohne es klar zu fühlen, was ich bei meiner Hand ja ganz gut habe merken können. Diese liegt momentan eingequetscht zwischen mir selbst und einer Badewannenwand, die Verletzungen ziehen jedoch bloß ein bisschen.
"Auch. Womöglich sogar...gerade mehr als das", entweicht es mir, ehe ich darüber nachdenke kann, aber es stimmt. Weder im Arbeitslager, noch auf dem Weg von dort zurück zur Mall auf der Suche nach den anderen und selbst nicht bei Trudy oder mit Lia in der Wohnung hatte ich die Chance eine Nähe zu empfinden wie diese. Es ist tatsächlich Jahre her und trotzdem kommt es mir gerade nicht so lange vor wie zu Beginn als ich angekommen bin und Amber mit Jay gesehen habe. Oder wie vor Tagen als wir auf der Dachterrasse der Mall dem anderen alles Mögliche verbal ins Gesicht gepfeffert haben und die Distanz sich so noch mal um Meilen zu vergrößern schien.
Lange kann ich die Nähe hingegen nicht mehr genießen, bevor sich meine Gedanken gegen mich wenden. Abermals. Alles in mir hat sich in den letzten Tagen und Stunden so oft gewendet, meine Gedanken sich geändert wie eine Fahne im Wind, dass sich nun eine weitere Richtung hinzugesellt, die damit einhergeht, dass ich mir vor Augen halte, dass es Amber eben nicht so ergangen ist wie mir. Sie hatte nicht nur die Nähe zu anderne Menschen verspüren, die in den Armen halten und sich wertvoll, geliebt und nicht allein dadurch fühlen dürfen, sondern sie hatte auch jene einer bestimmten Person so zu lieben gelernt wie diese selbst, dass sie ein weiteres Kind bekommen hat. Es gibt dadurch nichts, was ich noch bis auf das Damals gemeinsam mit ihr teile, nichts was nicht wieder überschrieben worden ist mit neuen Erlebnissen, Emotionen und Tatsachen. Und auch wenn mein Herz so laut klopft vor Schrecken und Liebe zugleich, die ich nie verloren habe, macht sich die Erkenntnis in mir breit, dass dies der einzig realistische Gedankengang von allen ist. Dass da nichts Besonderes mehr ist, das stark genug ist, um als Basis einer wieder auflebenden Beziehung zu gelten, außer unser gemeinsamer Sohn und Fetzen von verwirrenden Gefühlen. Und erst recht nicht, wo unsere neue Verbindung zusätzlich auf dem Zerbrechen einer anderen grundiert wäre, die bis vor wenigen Tagen funktioniert hatte...Die Reaktion im Wohnzimmer hat das sozusagen schon mal verfrüht bestätigt.
Das, was mir noch bleibt, ist das hier, danach wird alles in Freundschaft münden...
"Hör zu", murmele ich ernst, fest entschlossen, es auszusprechen, ehe sich der Wind meiner Emotionen wieder dreht.
"Du brauchst dir keine Sorgen wegen Jay machen, wegen dem, was du ihm erzählen wirst, wenn du zurück zur Mall gehst. Er kann beruhigt sein. Und er braucht ich keine Gedanken darum machen, dass er dich verlieren könnte, nur weil ich jetzt wieder da bin. Das wird er nicht, soweit du es nicht auf eigenen Wunsch wählst....Vieles...vieles was ich gesagt habe, mag falsch gewesen sein, zumindest unfair. Anderes berechtigt. Aber keiner von uns hat es sich tatsächlich so ausgesucht, nicht mit schlechten Intentionen. Darum danke ich dir, dass du trotz allem mit unserem Sohn hergekommen bist und ich hoffe, nein, ich bin mir sicher, wir finden eine Lösung dafür, dass wir ihn beide doch noch gemeinsam großziehen können. Doch ich möchte nicht, dass du wegen mir Jay gegenüber unehrlich bist, dass du denkst, du müsstest ohne etwas zu sagen weggehen, um ihm nicht wehzutun oder die Beziehung noch mehr zu gefährden. Du sollst ehrlich sein können und dich nicht verstecken müssen und ich denke, dass siehst du genauso", spreche ich weiter, während sich in meinen Augenwinkeln leise Tränen bilden, die lautlos über meine Schläfen laufen. Ich weiß, dass es richtig ist, das alles zu sagen. Denn es nützt uns allen nichts, diese Quälerei noch lange weiter zu machen, die jedem bloß Schmerzen bereitet.
Nach oben Nach unten
Amber*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 738
Anmeldedatum : 03.09.13
Alter : 22
Ort : Sylvia Park Auckland

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   So 31 Mai - 20:13

Noch immer ändert sich nichts an unserer Position. Ich vernehme seinen Herzschlag auf meinem Rücken. Aufgeregt pocht sein Herz in seiner Brust während sein Duft in meine Nase steigt. Ich schließe für einen Moment die Augen und atme kaum hörbar tief ein. Wenn unsere Vergangenheit der letzten Monate, sogar Jahre nicht zwischen uns stehen würde, so hätte ich mich ruhig in seine Arme geschmiegt. Für einen Moment genießen wir die stille und die Ruhe... Der Herzschlag ruhig und gleichzeitig doch so unruhig. Keiner von uns spricht ein Wort, bis Bray's Stimme schließlich die Ruhe bricht. Wenigstens geht es ihm gut.... Mein Herz schlägt unglaublich schnell während ich auf seine Worte warte.

In seiner Stimme liegt fast etwas zittriges als er spricht doch er scheint fest entschlossen mir und folgende Worte zu sagen die nun aus seiner Kehle kommen. Bevor er weiter spricht habe ich Angst seine Worte zu hören, aber es geht nicht anders... Ich muss ihn aussprechen lassen, auch wenn ich das vielleicht gar nicht hören will. Still liege ich auf seinem Oberkörper und vernehme jedes einzeln Wort.

Eigentlich will er mir damit nur meine Angst nehmen, doch eigentlich will ich es gar nicht hören. Unsere Worte zueinander bei unserem ersten Treffen waren falsch gewesen... Verletzend und auch Bray entschuldigt sich für sein Verhalten, auch wenn es mich schmerzt, was ich von ihm zu hören bekomme. Ich weiß, dass ich mit Jay sprechen sollte, aber ich weiß nicht, ob ich es wirklich will. Ich fürchte beide aus meinem Leben zu verlieren, wobei Bray mir gerade gegenteiliges zusichert. Auch mir treten in diesem Moment Tränen in die Augen die sich nun langsam den Weg über meine Wangen bahnen. Ich schlucke erstmals, um meine Stimme zu sammeln bevor ich ihm antworten kann.
"Wir.. wir werden eine Lösung finden." flüstere ich und versuche das Ersticken meiner Stimme zu verhindern, was nicht ganz gelingt. Gerne wäre ich einfach still bei ihm liegen geblieben, hätte seinen Geruch weiter wahrgenommen und einfach nicht an das Vergangene und an die Zukunft gedacht.. Ich schlucke nochmals und wische mir die Tränen aus den Augen.

"wir... " beginne ich unachtsam und bemerke was ich eben gesagt hatte... "...also.. Bray jr. braucht dich... und... ich...." wispere ich leise, auch wenn ich es nur schwer zugeben kann. Ich weiß, dass ich langsam aufstehen sollte und rappelt mich langsam hoch, und setze mich dann leicht resigniert an den Rand der Badewanne. Mein Kopf hängt etwas nach vorne und ich traue mich kaum Bray anzusehen... Fast geräuschlos warte ich auf seine Reaktion.

-
Nach oben Nach unten
Bray*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 255
Anmeldedatum : 27.05.14

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   Di 2 Jun - 12:54

Mein Gesicht brennt, während ich lautlos weine, mich dabei unendlich verletzlich fühle und es zulassen, weil ich in der Gegenwart der einzigen Person bin, bei der ich mich fallen lassen konnte, wann immer ich mochte, unwichtig, in welcher Stimmung ich mich gerade befand. Und sobald wir diesen Platz hier verlassen werden, sie mit unserem Sohn in die Mall zurückkehrt - wo von den Mall Rats mit Sicherheit einige Fragen auf Amber einprasseln werden, denen sie sich ohne mich stellen muss - ist unsere Zukunft ungewiss. Vor der Unterhaltung, die sie mit Jay führen wird, habe ich am meisten Angst. Ich habe ihr soeben mitgeteilt, dass es in Ordnung sein wird, bei ihm zu bleiben, denn unser Kind konnte schon nicht zusammen mit mir als seinem Vater aufwachsen, da soll ihr zweites Kind dieses Schicksal nicht ebenfalls teilen müssen. Jay soll sein Zuhause behalten können, das, was er sich mit Amber und den anderen aufgebaut hat und...ich möchte in der Welt, in der es ständig Leid und Hass gibt, nicht für weiteres sorgen. Ich war zu oft egoistisch, aber das bringt uns nirgendwo hin, macht es nicht einfacher.
Amber spricht eine ganze Weile lang nicht, ich fühle nur ihre Wärme, kann nichts sehen im Dunkel, kann nicht einmal sagen, welche Tageszeit wir mittlerweile haben, da das Bad über kein Fenster verfügt, über das Licht in den Raum dringen könnte.
Als sie dann meint, wir werden eine Lösung finden, klingt es hoffnungsgebend und resignierend zugleich. Uns bleibt nichts anderes übrig als eine zu finden, nur liegt es an ihr, die endgültige Entscheidung zu treffen. Ich lasse sie frei, falls sie das möchte, doch sollte sie empfinden, dass ihre Emotionen für mich stärker sind als die für Jay, werde ich sie nicht zurückweisen und...müsste dennoch etwas tun, um nicht bloß damit zufrieden zu sein. Es geht um mehr als darum, das Herz von Amber für sich zu gewinnen und danach ist alles gut. Das wird es nicht sein. Dafür ist das Leben zu kompliziert.
Schließlich höre ich Amber schlucken - hat sie etwa auch geweint? Ihr Stimme klingt gebrochen, als sie weiterredet.
"Das werden wir ganz bestimmt. Und...wie gesagt, ich werde für euch da sein. Was auch immer geschehen mag", murmele ich, als Amber sich von mir löst, sich aufrichtet und auf den Rand der Badewanne zurückkehrt. Zumindest hört es sich so an. Erkennen kann ich es bloß schemenhaft. Sekundenlang bleibe ich wo ich bin, regungslos. Zu gerne würde ich sie noch mal zu mir zurückziehen, doch wahrscheinlich sollte ich froh über das sein, was ich in den vergangenen Minuten unerwarteterweise bekommen habe. Also tue ich es ihr gleich, stehe auf und trete vorsichtig aus meinem Schlaflager hinaus, um Amber nicht noch auf den Boden zu katapultieren. Müde bin ich schon lange nicht mehr. Ich taste nach ihr und kriege ihre Schulter zu fassen.
"Wir schaffen das, solange wir zusammenhalten. Was hälst du davon, wenn wir uns nun etwas stärken gehen und dann..begleite ich euch zur Mall zurück, damit die anderen sich keine weiteren Sorgen machen müssen. In Ordnung?"
Ich lasse Amber los und taste mich quer durch das Badezimmer, um die Tür zu finden und endlich ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Die Atmosphäre ist so zwar viel intimer und intensiver, aber ich weiß, dass das nun zu nichts mehr führen würde, das wir beide am Ende nicht bereuen könnten, darum ist es jetzt Zeit, vernünftig zu sein. Nach ein paar Blindgängern ans Waschbecken und die Wandfliesen halte ich den Griff der Tür in meiner Hand, öffne sie und sehe, wie durch die offene Wohnzimmertür gerade noch ein schwaches Licht von draußen hereinfällt. Die Nacht ist wieder angebrochen. Heute noch rauszugehen wird zu gefährlich sein.

tbc: Flur und Küchennische
Nach oben Nach unten
Amber*
Mall Rat
avatar

Anzahl der Beiträge : 738
Anmeldedatum : 03.09.13
Alter : 22
Ort : Sylvia Park Auckland

Charakter der Figur
Inventar:

BeitragThema: Re: Kleines Badezimmer   Di 9 Jun - 20:50

Bray's Worte berühren mich... Auch wenn ich es kaum zugeben mag. Gerade will ich eigentlich gar nicht gehen, aber ich weiß, dass wir es müssen... Ich sehe ihn an und beiße meine Zähne zusammen.
"Wir... schaffen das wiederhole ich... Seine Worte sind schmerzlich.. Nicht nur für ihn.
"Du hast Recht..." versuche ich ihm zuzustimmen, auch wenn es sich doch so tragisch anfühlt und mich innerlich zu verletzen droht.. Fast wie ein scharfes Messer.

Ich beobachte ihn nun genau. Seine braunen Haare, seine müden Augen und sein trauriges Gesicht zeigt genau das, was auch in gerade fühle.
Ich nicke, als Bray vorschlägt sich zu stärken und dann in die Mall zu gehen... Ich bin schon lange nicht mehr müde, auch wenn wir die letzte Nacht beide kaum geschlafen hatten. Momentan kann ich nichts anderes tun als ihm in die Küchennische zu folgen. Bray jr. schläft dort. Mein kleiner Sohn... Unser, gemeinsamer kleiner Sohn.
Gerade bin ich unheimlich dankbar, dass Bray mir Hilfe zusichert und denkt, dass wir es irgendwie schaffen werden. Auch wenn wir es nicht genau definieren wie und was, so bin ich mir sicher, dass wir einen Weg finden... Einen doch gemeinsamen Weg...

tbc: Flur und Küchennische...

-
Nach oben Nach unten
 
Kleines Badezimmer
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1
 Ähnliche Themen
-
» Ein kleines verlassenes Haus in Alabasta
» Ich werde ihr trotzdem etwas Kleines schenken
» Kleines Problemchem mit meinen Forum...
» Besondere Schule :3
» Badezimmer

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
The Tribe Forum, Community, Serie | thetribecommunity.com :: ~ ♥ ~ THEMENRÜCKBLICK 2012, 2013, 2014, 2015 ~ ♥ ~ :: Blaues Haus am Markt :: 1. Obergeschoss :: Wohnung rechts-
Gehe zu: